Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

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Ghtllany: Diplomatisches Handbuch.

reichen nicht aus, um eine Arbeit, wie es die vorliegende sein sollte,
gehörig auszuführen. Der mit den völkerrechtlichen Verhältnissen nicht
näher vertraute Leser erhält durch Ghillany häufig eine unrichtige
Belehrung; es wird hier Manches in schiefem Lichte gezeigt und es
werden oft für den vorliegenden Zweck minder wichtige Notizen aus-
führlich lang und breit zusammen gestellt, während wichtigere Akten-
stücke ganz unberücksichtigt bleiben, während manche der bedeutendsten
Parthien des internationalen Lebens ganz übergangen werden.
Zunächst bedauern wir sehr, daß auf Amerika, vorzüglich, daß
auf die Vereinigten Staaten, gar keine Rücksicht genommen ist, da uns
doch dieser Welttheil bei der stets fortschreitenden Erleichterung der Ver-
kehrsmittel immer näher rückt und eben noch in neuester Zeit ver-
schiedene, theilweise noch lange nicht ausgetragene, Verwickelungen der
Vereinigten Staaten mit europäischen Landern auftauchten, mit Dä-
nemark wegen des (von den betheiligten europäischen Staaten jetzt
durch den Kopenhagener Vertrag vom 14. März 1857 abgelvstcn)
Sundzolls, mit England wegen der Werbungen, die es in Nord-
amerika für seine Fremdenlegion austellen ließ und wegen der sog.
centralamerikanischen Frage, mit Spanien immer von Neuem wieder
wegen Cuba, außerdem daß Nordamerika auch in Bezug auf die
jüngsten Reformen des Kriegsrechts zur See eine so beachtenswerthe
Rolle spielt. Eine Sammlung der Gesetze und Staatsverträge der
Ver. Staaten erscheint zu Boston unter der Leitung des Senatssekre-
tärs (bis 1852 10 Bde.) und über Nordamerikas Verhältnisse zum
AuSlande finden wir jetzt daS Wichtigere auch in der 6ten bis auf
die Neuzeit fortgeführten Ausgabe von ^Vkeaton's Llswents ok inter-
national law, die 1855 zu Boston von William Beach Lawrence
besorgt ist. In dem diplomatischen Handbuche hätten die betreffenden
Aktenstücke und Belehrungen wohl schon hinreichenden Platz gehabt,
wenn sich nicht so vieler unbedruckter leerer Raum darin fände, zumal
wenn nicht bei jedem der vielen Abschnitte ein neues überflüssiges
Titelblatt gegeben wäre. Es hätte aber ferner in dem Zeitraum
nach dem Westphälischen Frieden der im ganzen Buche nicht erwähnte
von Oliva (1660), der zwischen den nordischen Staaten Polen, Schwe-
den und Brandenburg ein gewisses Gleichgewicht hcrzustellen suchte,
nicht übergangen werden dürfen; noch weniger aber der dem Oestrei-
chischen Erbfolgekriege ein Ziel setzende, noch immer besonders in
Bezug auf die Italienischen Staaten so wichtige Aachener Frieden von

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