Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

Revue historique de droit fran^aii.

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Kinder durch Testament mehr begünstigen könnten, als die übrigen;
durch Schenkungen unter Lebenden war dich möglich; man nahm
aber an, daß sich Jemand nicht leicht dazu verstände, sein Vermögen
bet Lebzeiten so zu schmälern (S. 527). In den während des 16.
Jahrhunderts neu redigirten Coutumos erhielten die beiden Systeme
der Reserve und der legitime eine weitere Entwickelung, gingen
aber im Einzelnen sehr auseinander, wie der Verfasser in Bd. II.
S. 33 u. ff. ausgesührt. Reichten die Propres zu einem hinlänglichen
Unterhalt der Kinder aus, so bedurfte es entweder keiner Ldgitime oder
nur einer Ergänzung; wenn nicht, so mußte durch diese für sie gesorgt
werden. Auch hatte die Rechtsregel paterna paternis, materna maternis
auf die Fixirung der Reserve einen Einfluß; diese wird eine doppelte
(S. 39). Ferner fand nach verschiedenen Ooutumes z. B. der Pariser
vom Jahre 1585 das System der Subrogation statt, d. h. die aoquets
erhielten, um eine Reserve hcranSzubringen den Charakter von Propres
(p. 41—44). Das Notherbrecht war aber in Frankreich je nach
den Provinzen und Lokalitäten sehr verschiedenartig gestaltet. Was die
Vorschriften über die Legitime betrifft, so thcilt der Verfasser die
Coutumes S. 39 in drei Klassen a) ooutumes, qui ne rdglaient
pas la quotite de la legitime, c’etait le plus grand nomine; b)
celles qui se refdraient au droit romain, z. B. Rheims; c) ceiles
qui fixaient uue quotitd prdcise (Paris, Calais, Chauny). Die
Konsequenzen dieser verschiedenen Systeme entwickelte er S. 37—48,
bandelt dann von den Personen, welche ein Notbcrbrecht hatten. An-
spruch auf die Rdserve batten nur die Dcsrendenten, nicht einmal
die Ascendcntcn nach dem Sprichwort; los propres ne remontent poiut
(p. 48). Pflichttbeilsberechtigte (für die acquets) waren die des
römischen Rechts und die Größe des Pflichttbeils wurde nach Nov. 18
berechnet (S. 49—50). Was die VermögcnSbestandttbeile betrifft,
von welchen der Pfiichttheil oder die Reserve zu hintrrlassen waren,
so kam auch das s. g. droit d'ainesse, jedoch auf verschiedene Weise
in Betracht. Der Verfasser fübrt dieß aus S. 51—54, handelt
S. 54 a) vom Wittbume (douaire) S. 54—57), b) vom Edit
de secondes noces S. 57—61, c) vom Devolutionsrecht (S. 91
bis 63), womit diese Periode der Geschichte des Notberbrechts ge-
schlossen wird. Die (S. 63—70) Geschichte der Umgestaltung dieses
Rechts in der Zwischenperiode ist sehr merkwürdig, weil während
derselben verschiedene Hauptavsichten der Zeit mit einander in Kampf

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