Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

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Revue historique de droit fran^ais.

fangs der sein Land bebauende Grundeigenthümer, dem der Villi-
cus untergeordnet war (S. 418 — 420); dann der Bürger einer
römischen Kolonie, stets Grundeigenthümer und. Kriegsmann (S. 420
bis 423), dann der Pächter der Bauerngüter der Städte, der Tem-
pel, der dem Staate gehörenden Agri provinciales, der ein vectigal
zahlte. (S. 425—427); dann aber auch die Pächter der Lände-
reien, die der Staat den s. g. possessores überlasten hatte, die eine
merce« oder pensio zahlten (428). Der Verfasser geht nun auf
die Geschichte der Agrargesetze und die verzugsweise von Sclaven
bewirtheten Latifundia ein und gibt ein umfassendes Gemälde
von dem landwtrthschaftlichen Zustande im römischen Reiche unter
den ersten Kaisern (S. 433), zugleich nachweisend, daß noch stets
viel Land zur Ueberlaffung an freie Pächter übrig blieb, welche theils
gewöhnlichen Zins bezahlten, theils auf unbestimmte Zeit gesetzt waren,
aber, weil dieß in der Regel den Grundeigenthümern vortheilhaft war,
selten vertrieben wurden, und weil sie selbst dabei sich gut standen,
es nicht verließen, so daß die Bauerngüter in den Familien der Ko-
lonen und diese in ihnen auf ewige Zeiten blieben, ohne deshalb
gledae adseripü zu sein. Doch habe sich, so wird der Verfasser in
der Fortsetzung seiner Abhandlung zeigen, sich hieraus das 8ervage
des später» Colonats entwickelt.
Zu den bcmerkeuswerthesten römisch-rechtlichen Artikeln der
Revue historique gehören die kritischen Untersuchungen und Er-
klärungen der 1851 in Spanien aufgefundenen, und 1851 dort, und
1855 in Deutschland durch Mommsen mit Kommentar und dessen
kritische Anzeige in dieser Zeitschr. Bd. III. S. 74—93 beleuchteten her-
ausgegebenen Terte der Znscriptionen von Malaga und Salpcnsa (Bd. I.
S. 529). Der Verfasser derselben, Herr Lahoulaxo theilt zuerst
die Geschichte der Eiltdeckungcn der beiden Tafeln von Bronze mit,
gibt dann die nöthtgen Auflösungen der Abreviaturen in den Terten,
die er mit Verbesserungen S. 338 u. S. 556 mit beigesetzter Ueber-
setzung abdrucken läßt. Vorher geht die Beantwortung der im Grunde
erst von ihm aufgeworfenen Frage der Aechthcit dieser Jnscriptioncn,
welche er nicht bejahen zu können glaubt, ohne gerade sie jetzt schon
zu verneinen. Er findet es sonderbar, daß die Tafeln von dem ent-
fernten Salpensa mit der von Malaga im Gebiete dieser Stadt ver-
bunden gefunden wurden, daß der Name Domitians auf der ersten
nicht wie auf der letzten (und auf allen Inscriptione» dieses Kaisers)

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