Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

E1£mens de droit romain.

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eines Pfandrechts pro rata der Teilzahlungen festgesetzt werden
könne. Er hätte eigentlich sagen sollen die individua pignoris causa
bestehe nicht sowohl in der Untbeilbarkeit als der Ungetheilt-
heit, d. h. der solidarischen Haftung des Pfandes in allen seinen
Theilen für die ganze Schuld, da die französische Sprache ebensowenig
wie die deutsche adäquate Kuustworte für die Ausdrücke pignus et
hypotheca hat, so ist der Verfasser genöthigt, sich des lateinischen
Ausdrucks pignus zu bedienen und das Wort gagc zu vermeiden.
Die Gliederung der Lehre ist 1) Erfordernisse zur Entstehung des
Pfandrechts (§. 241) 2) verschiedene Entstehungsarten durch Privat-
willkühr, richterliches Decret, Gesetz §. 242—244 (die gesetzlichen
Pfandrechte des römischen Rechts werden der Reihe nach anfge-
gezählt). 3. Wirkungen des Pfandrechts für den Schuldner, den
Gläubiger beim Zusammentreffen mebrer Pfandrechte und beson-
ders beim pignus pignoris über dessen bestrittene Natur nichts
näheres angegeben wird (§. 245 251), 4) von den Klagen aus dem
Pfandrechte (§. 251. 53), endlich von dem Erlöschen desselben (§. 254).
Referent erlaubt sich blos zu bemerken, daß er die schwierige Inter-
pretation des in Note 45 S. 529 angeführten kr. 28 D. jure fisci
durch die einfache Abfertigung der Streitfrage: L'hypothdque legale
du fisc pour d’autres obligations est <5galement privildgid, mais
eile ne prime que les erdanciers qui ne sont pas antdrieurs, les
crdanciers antdricurs emportent sur le fisc nicht für ausreichend hält.
Denn worin bestehe denn das Vorrecht des Fiscus — den spätem geht
er ja von selbst vor. —
Indem Referent hier seine Anzeige der Elements du droit romain
deö Herrn Professor M a y n z schließt, kann er nur die dem Verfasser
auSgedrückte Anerkennung wiederholen und erklären, daß dieselben
unter den guten Lehrbüchern des römischen Rechts, welche unser
Jahrhundert erscheinen sab, eine hervorragende Stelle cinnebmen, ja
daß sie unter die ersten Rangs gesetzt werden könnten, wenn
der Verfasser, wie er absichtlich nicht tbat, der nötbigcn Berücksichti-
gung der juristischen Literatur in der Einleitung der einzeln Lehren,
oder in den Noten zu den Paragraphen Raum gegeben hätte. Res.
wünscht, daß die beiden andern Bände der neuen Ausgabe des Werkes
recht bald erscheinen

L. A. Warnkönig.

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