Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

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Ei£meiis de droit romaio.

behandelt werde. Statt von den Handlungen überhaupt und dann
von den Rechtsgeschäften zu handeln, beschränkt sich der Verfasser
im Titre IV. §. 119 — 127 auf die Letzter», wofür er das Kunst-
wort actes juridiques schuf, sich aber auch häufig des in Frankreich
üblichen Ausdruckes actes bedient. Die bet den Franzosen und Bel-
giern stets festgehaltene scholastische Unterscheidung der e88entialia,
naturalia und accidentalia uegotii wird (in §. 1 19) ausführlich
und zweckmäßig beleuchtet, in der Note 3 S. 255 richtig bemerkt,
daß die Naturalia nur der Inbegriff der allgemeinen durch den Zweck
eines Rechtsgeschäfts beabsichtigte Wirkungen desselben seien. Nicht
gesagt ist, daß der Inbegriff der s. g. Essentialia verbunden mit
dem der Naturalia in den Quellen des römischen Rechts die sub-
stantia des Geschäfts genannt wird; z. B. in kr. 72 pr. D. 18. 1
und c. 3 C. 4. 38. In der Observation z. B. 8- HO ist von dem
einst f. g. actus legitime und den legis actiones als Rechtsgeschäf-
ten die Rede, die noch bet französischen Schriftstellern vorkommenden
alten Jrthümer hierüber werden gerügt. In §. 120 von den ver-
schiedenen Zwecken der juristischen Handlungen, nämlich dem Erwerb,
dem Aufgeben, dem Erhalten, Garantiren, Anerkennen, Bestätigen
und Verfolgen der Rechte gehandelt, kurze Geschichte der Mancipatio
und des Nexum (S. 256—57) in §. 121, wo von den zur Gül-
tigkeit eines Rechtsgeschäfts nvthigen Erfordernissen die Rede ist, die
der in jure cessio, ferner von der Nichtigkeit, Anfechtbarkeit, Con-
valeseenz und Conversion der Rechtsgeschäfte; alles gedrängt, genau
und klar; in §.123 von den Bedingungen, den Zeitbestimmungen, dem
Modus nur übersichtlich, §. 124 von der Auslegung der Rechtsge-
schäfte und in §§. 125, 126 gewissermaßen als Anhang die römi-
schen Grundsätze von der Berechnung der Zeit. In Note §. 2 S. 275
wird Zustinian (ob mit Recht?) der Vorwurf gemacht, daß er nicht
für alle Fälle des tempus utile, wie er für die in integrum resti-
tutio that, in ein quadranium continuum nmgkwandelt habe. —
Mit der größten Ausführlichkeit und Vollständigkeit behandelt nun
in Titre V. §§. 127—161 der Verfasser die Lehre von der Ver-
folgung der Rechte; beginnend mit der Angabe des Verbots der
Selbsthülfe, welche jedoch das Retentionsrecht in den dazu geeigneten
Fällen nicht ausschließt. In der sehr gelungenen Introduction histo-
rique versäumt der Verfasser S. 277 nicht zuerst auf die deutschen Rkchts-
gelehrten, welche über die Geschichte des proeessualischen Verfahrens

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