Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

EJ6mens de droit romain,

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setzen. Indessen war 1830 sowohl in Lüttich als in Löwen die Re-
form vollendet und diese drang nach de Ryckcre's Abgang auch
in Gent durch; der von de Ryckere besorgte Nachdruck der Reci-
tationes von Heineccius kam außer Gebrauch. Seit der Reor-
ganisation der belgischen Universitäten im Jahre 1835 adoptirten
sämmtliche Professoren der Fakultäten an den vier hohen Schulen
daö lateinische Lehrbuch M ü h l e n b r u ch' s, das (wie Referent glaubt)
in Belgien auch nachgedruckt wurde. Einer seiner gewesenen Zuhörer,
Jules Beving aus Luxemburg, veranstaltete eine französische Ueber-
setzung des Lehrbuchs von Mackeldey. Die lateinischen Vorlesungen
verschwanden 1831 und so ward ein größeres französisch geschriebenes
Lehrbuch des römischen Rechts in Belgien Bedürfniß. Der leider
zu früh verstorbene Professor M olitor, ehemaliger Zuhörer und
dann Nachfolger des Referenten in Gent, hatte ein umfassendes Werk
über dasselbe nach der in Frankreich üblichen Methode auszuarbeiten
begonnen, von welchem nach seinem Tode die Lehren von den Obli-
gationen und den dinglichen Rechten herauskamen, Bücher, die auch
in Deutschland wie in Frankreich Anerkennung fanden. Allein sollte
das römische Reckt in einem Lande, wo es keine Gesetzeskraft hat,
durchschlagen, so müßte ein auf die Bedürfnisse desselben genau be-
rechnetes Werk anderer Art geschrieben werden — und ein solches
verdankt man nun Professor Mavnz — jedenfalls in der Rcfer.
vorliegenden zweiten Ausgabe, von der er bis jetzt nur den ersten
Band besitzt*).
Das Werk ist aber nicht bloß für Belgien von Wichtigkeit,
sondern auch für Frankreich und für alle Länder romanischer Sprache,
in welchen man nicht säumen wird, ihm dieselbe Aufmerksamkeit zu-
zuwenden, welche dem cours du droit naturel von A h r ens und
theilweise auch der histoire externe du droit romain zu Theil ge-
worden ist, welche Referent im Jahre 1836 in Brüssel herauSgab
und die sowohl in das Italienische als ins Spanische übersetzt wurde.
Das Lehrbuch des Professor Maynz scheint Referent deshalb von
so großem Werthe, weil es eine überaus glückliche und zugleich ver-
besserte Nachbildung der deutschen Lehrbücher des römischen Rechts
in französischer Sprache ist, welches nothwcndig das Studium erleich-
tern, ja anziehend machen muß. Es verdient das Lob einer ver-

*) Die erste Auflage im Zähre 1845 ist Referent unbekannt geblieben.

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