Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

Introduction a Fötude du droit.

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mit gleichem Eifer und kritischem Geiste das Studium des klassischen
Rechts hätten betreiben und mit uns wetteifern können, wie dieß
Frankreichs Naturforscher, Philologen und Geschichtschreiber, sowie
die Bearbeiter anderer Fächer und neuestens auch einige derselben zu
thun pflegen. Die in §. 158—167 enthaltene Geschichte der Quellen
und der Bearbeitung des kanonischen Rechts ist nicht bis ins neunzehnte
Jahrhundert fortgeführt, und eö werden daher auch die berühmtesten
Kirchenrechtslehrer unserer Zeit nicht genannt; doch hatten gewiß Eich-
horn, Walter, Richter und Philipps aufgeführt zu werden
verdient. Die Bearbeitung des kanonischen Rechts hat ja mit von
Espen nicht aufgebört und ist nicht blos in Deutschland jetzt im
blühendsten Zustande, sondern hat auch in Frankreich einen neuen,
freilich bis jetzt nicht sebr lobenswürdigen Anlauf genommen.
Sehr richtig bemerkt der Verfasser in der Einleitung zu seiner
Darstellung der «Legislation des Barbares“, wie viele Sätze auch
des neuesten französischen Rechts in dem ältesten Germanischen ihre
Wurzel haben. Er führt S. 345 z. B. auf ia garde ou main-
bournie, la reserve testamentaire, la rdgle: l’institution d’he-
ritier n’a point lieu, cette autre: puissance paternelle
ne vaut, und en fait de meubles la possession vaut
titre: ferner schreibt er diesen Quellen zu l’institution contractuelle,
le douaire, le rtSgime de la communaute conjugale, la garantie,
l’emancipation par mariage, la regle: le mort saisit le visu.s.w.
Deshalb erklärt der Verfasser das Studium des germanischen
Rechts und seiner Geschichte (wie er es nennen sollte) dem französi-
schen Rechtsgelebrten für ebenso unentbehrlich, als das — des auf
Lehnrechts, des s. g. droit coutumier, der ordonnances des Rois
de France und der arrets rdglementaires. Referent muß rück-
sichtlich der ganzen Darstellung der Geschichte dieser Rechtsquelle,
sowie der ihrer wissenschaftlichen Bearbeitung dem Verfasser daS Lob
ertbeilen, daß sie vollkommen gelungen ist, besonders die Geschichte
des droit coutumier, dessen ältere, namentlich die höchst interessanten
in der neuesten Zeit erst berausgegebenen Quellen, vollständiger als
in irgend einem andern neuen Werke *'), freilich nur in größtmöglicher
Kürze zusammengestellt findet (S. 366—387).

*) Indessen hat der Verfasser nicht angeführt, daß der lateinische Tert de-
ältesten Coutumier der Normandie, dessen französische Redaction Marnter her«

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