Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

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tntroduction ä l’dtude du droit.

das Völkerrecht gehalten werden, wie denn anch über dasselbe keine Prü-
fungen stattfinden. Da aber dessen Kem-tniß für den künftigen Prac-
tiker gewiß von großem Nutzen ist, so mußte eine Gelegenheit gefun-
den werden, die französischen Studirenden in dasselbe einzuweisen;
dazu war gewiß der 6ours d'introdliotion a l’dtude du droit bequem
und der allgemeine Theil des Buches deshalb geeignet, weil ja das
Völkerrecht allgemeines Recht aller civilisirten Nationen des Erdbodens
ist und so erscheint der Verfasser gerechtfertigt. Seine Darstellung
ist auch wirklich sehr befriedigend und gehört zu den gelungensten
Theilen seines Buches. Sehr zweckmäßig ist unter Anderem das in
§. 1 enthaltene Dtfvdioppemant historique du droit international
mit Angabe auch neuesten Literatur des Faches. Referent glaubt
hier auf eine nähere Besprechung der Darstellung nicht etngehen zu
sollen, bemerkt aber, daß dieselbe in der Literatur des Völkerrechts
nicht übergangen zu werden verdient.
Der zweite Haupttheil der Encyclopädie des Verfassers ist, wie
schon gesagt, der Darstellung des französischen Rechts gewidmet. Diese
ist zuerst dogmatisch im cd. I. P r i n e i p a I e s branches du droit
fran§ais, §§. 92 — 108 und dann sehr ausführlich historisch im
chp. II. Sources du droit franfais §§. 109—212.
Auf dem ersten Anblick erscheint diese Gliederung des Stoffes
als eine antthistortsche nicht empfehlenswerthe. Es wird von den
Wirkungen der Rechtsentwicklung Frankreichs vor den Ursachen der-
selben gehandelt. Der Verfasser muß jedoch Gründe für dteß Ver-
fahren gehabt haben. Sie liegen gewiß darin, daß er es für ein
erstes Bedürfniß des angehenden Juristen hielt, so bald wie möglich
von dem wirklichen, d. h. gegenwärtigen Rcchtszustand Kenntniß zu
erhalten. Sein Interesse zu erfahren, wie derselbe geworden, wird
dadurch nur gesteigert; während vielleicht eine lange geschichtliche Ein-
leitung ihn so sehr hätte ermüden können, daß er sich zuletzt dem
Studium des geltenden Rechts nicht mit der nöthigen Getstesfrischc
würde zugewendet haben.
Indessen beginnt der Verfasser dock in §. 92 mit einer geschicht-
lichen Skizze der Rechtsgeschtchte Frankreichs, worauf die Inhalts-
angaben der einzelnen Zweige folgen und zwar so, daß bei jeder,
ja selbst oft bet Unterabthetlungen, zuletzt die Rechtsgelehrten, und
zwar in alphabetischer Ordnung, aufgeführt werden, welche über die-
selben geschrieben haben. ES sind kurze Notizen über deren Herkunft rc.,

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