Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

Goldschmidt: Entwurf eines preuß. Handelsgesetzbuchs. 359
waltungszeit und der Belohnung des ersten Verwaltungsrathö (art.
158. alin. 2. 3).,
2. Die Vorschrift, daß vor Registrirung der Gesellschaft eine
Generalversammlung die Abschätzung der etwaigen Naturaletnlagen
(also auch der Leistungen des Geranten) und die Prüfung der Zu-
lässigkeit besonders stipulirter Vortheile anordne, und demnächst eine
zweite Generalversammlung die Genehmigung der Schätzungssumme
und der beanspruchten Vortheile mit einer Mehrheit, welche mindestens
ein Viertel der sämmtlichen stillen Gesellschafter und zugleich mindestens
ein Viertel dcS Gesellschaftskapitals umfaßt, und zwar ohne Stimm-
recht der bctheiligtcn Mitglieder, beschließe (art. 159. No. 3).
Der art. 151 des Entwurfs, welchen wir oben für die einfache
Commanditengescllschaft zurückgewicsen haben, wird hier, wo seiner
Aufnahme überwiegende Zweckmässigkeitsgründe zur Seite stehen wür-
den, durch diese strengere Vorschrift vollständig ersetzt.
V. Gegen die Agiotage endlich sind folgende Normen gerichtet:
1. Die Aktien oder Äktienantheile dürfen auf keinen geringeren
Betrag als 200 Thalcr gestellt werden (art. 150. alin. 2. 3), und
sind untheilbar (art. 171. alin. 1).
Das franz. Gesetz stellt den Minimalbetrag der Aktien aus
100 FrS. fest falls das Gesellschaftökapital 200,000 Frs. nicht über-
steigt, und auf 500 Frs. falls cs mehr beträgt. Für die Feststellung
eines Minimum spricht die Gefahr, daß gerade die unbemittelten
Klaffen, durch pomphafte Ankündigungen verführt, nur zu leicht ihre
geringe Habe in gewagte oder gar schwindelhafte Unternehmungen
stecken. Sind doch in Frankreich Antheilsscheinc bis zu 5 Frs., ja bis
zu 1 Franc herab vorgekommen. Andererseits erscheint es wünschens-
wcrth, daß Handlungsgchülfen und Arbeiter auch mit geringen Er-
sparnissen sich an dem Geschäftsbetrieb ihres Prinzipals betheiligen,
daß Eommanditakti'cngcscllschaften gerade mit Rücksicht hierauf gebildet
werden. Soll ein Miuimalbctrag angenommen werden, so dürfte
derselbe 100 Thalcr nicht übersteigen.
2. Die Ausgabe von Aktien auf Inhaber ist unstatthaft (art.
150). Die auögegcbenen Aktien müssen mit genauer Bezeichnung
ihrer Inhaber in das Aktienbuch der Gesellschaft eingetragen werden.
Ihre Uebcrtragung, auch durch Indossament, ist zwar ohne Einwil-
ligung der Gesellschaft statthaft, doch gelten dieser gegenüber nur die-
jenigen als Ctgenthümer, welche auf Grund des geführten Ueber-

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