Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

274 Marcadv: Abriß des französischen CivllrechtS.
das Forum der eröffneten Erbschaft gehören, so sind dieß statuta
roalia. Dieß ergibt sich freilich erst bet Durchlesung des cowmeu-
tairs und hier zeigt sich gerade die oben gerügte Unvollständigkeit des
rdsumd sehr deutlich. Im rdsumd sagt nämlich Marcadd:
II vs s’agit Zone plus ici de la capacitd des personues, mais
de la disponibilitd des biens; en sorte que les rdgles de cette
seetion forment des Statuts rdels, dont les consdquences
des lors ainsi qu’on l’a vu dans le rdsumd du titre prdliminaire
(no. III 2 et 3, et no IV) seraient fort diffdrentes de celles
que produisent les statuta personnels, qui composent la
seetion prdeddente;
im commentaire erläutert er dieß so:
Cbez le majeur qui a un enfant, ce n’est pas la personne
qui est incapable de donner la seconde moitid de ses biens,
c’est cette seconde moitid des biens qui est indisponible: ce
n’est pas la personne qui ne peut pas donner, c’est lc bien
qui ne peut pas Otre donnd.
Marcadd spricht also hier die ganz richtige Ansicht aus, daß
die Unangreifbarkeit des Freitheils eine diesem Freitheil inhärirende
Eigenschaft sei, keineswegs aber, daß dieselbe ein dingliches Recht
begründe. Daraus folgert er weiter, daß die statuta rei sitae, d.
h. der Erbschaft, also die statuta realia zur Anwendung zu kommen
hätten.
In derselben Weise nöthigt die schlechte Definition von dpaves
den Uebersetzer zu einem in der deutschen Sprache fast unerträglichen
Cirkel. Hr. Pfaff übersetzt nämlich dpaves mit „verlorene Sachen."
Wenn nun die Definition:
lies dpaves sont des choses perdues juristisch höchst ungenau
ist, so wird durch die Uebersetzung:
„Verlorene Sachen sind Sachen, die verloren wurden", der
Cirkel vollständig.
Allein im Vergleiche mit der im Uebrigen gelungenen Arbeit
verschwinden solche Kleinigkeiten und wir müssen eö dem Uebersetzer
nur Dank wissen, daß er die wenigen ihm von seiner praktischen
Beschäftigung erübrigenden Stunden dazu verwendet, auch sich theo-
retisch nützlich zu machen, und ein Werk, dessen Verfasser wie we-
nige seiner übrigen Landsleute eine Vertrautheit mit dem römischen
Rechte und eine eminente Schärfe und Klarheit entwickelt, für deutsche

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