Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

Äölttm: Die Grundzüge der Obiig. diegoilornm gestorum. 237
zusammenfällt. Gerade dasselbe Element des Willens kann aber auch
Bestand und Kraft behalten, wenn man das Geschäft nur zu eignem
Vortheil führte, mochte man wissen, daß es fremd war, oder nicht.
Genügte dies in dem einen Falle zur Begründung der a. contraria,
so muß eS auch im andern Falle damit genug sein, sofern nur die
objecttven Verhältnisse gleich smd.
Es ist also nach juristischer Logik gar kein Unterschied, ob ich
irrthümlich mich selbst oder einen Dritten für den dominus negotii
hielt: jedenfalls kann hier der wahre dominus nicht durch meinen
Willen, sondern nur durch die Verkettung der objecttven Verhält-
nisse in ein Obligationsverhältniß zu mir gezogen werden. Die innere
Gleichheit konnte auch den Römischen Juristen nicht verborgen blei-
ben und mußte ste zu den Sätzen führen, welche wir in I. 6 §. 3.
I. 49 0. h. t. 1. 50 §. 1 D. d. II. P. 1. 14 §. 11. 1. 32 D. d.
relig. lesen. Sie sind leine Anomalien für einzelne Fälle, sondern
enthalten das Prinzip des neuern Rechts, daß es zur Begründung
der a. contraria wegen eines necessarium und utile negotium der
contemplatio domini nicht bedarf.
Es mag zum Schluß noch eine Stelle hier erörtert werden,
welche bisher weniger in Betracht gezogen ist, aber doch auf unsere
Frage Bezug hat.
L. 32 pr. D. h. t. Papin.
Fidejussor imperitia lapsus alterius quoque contractus, qui
personam ejus non contingebat, pignora vel hypothecas suscepit,
et utramque pecuniam creditori solvit, existimans indemnitati
suae confusis praediis consuli posse; ob eas res judicio mandati
frustra convenietur, et ipse debitorem frustra conveniet: negotio-
rum autem gestorum actio utrique necessaria erit u. s. iv. *)
Zum Verständniß dieser Stelle ist folgender Fall zu denken:
Der A schuldet dem B eine Summe, wofür er ein Grundstück zum
Pfände, und, da dies nicht volle Deckung bietet, auch noch einen
Bürgen bestellt hat. A wird dem B noch eine zweite Summe schul-
dig und giebt dafür ein zweites Grundstück, dessen Werth noch einen
Ucberschuß über die Deckung bietet, als Pfand. Wenn nun der
Bürge die Schuld bezahlt, für welche er haftet, und von seinem
Rechte auf Abtretung des Pfandrechts Gebrauch macht; so ist er

*) Vgl. über diese Stelle namentlich Schult, und Smallenb. Ad h. 1.

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