Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

Nouveau recueil general de traites etc.

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gen Sammlung seit längerer Zeit, namentlich aber seit deren Leitung
durch die Herrn E. Murhard und Pinhas eingeschlichen. Der
vorliegende 13. Band zeigt keine Besserung. Inzwischen soll die
Führung des Unternehmens andern Händen anvertraut worden sein.
ES ist daher nicht unangemessen, jetzt nochmals auf die Umstände hin-
zuweisen, deren Beseitigung zu wünschen steht.
Wir äußerten bereits früher unsre Bedenken gegen die Aufnahme
in den liaeneil von bloßer diplomatischer Correspondenz (im Gegen-
satz zu Verträgen und andren Actenstücken von rechtlich normativer
Bedeutung). Auch jetzt noch scheint uns die Ausscheidung jenes Ele-
ments und dessen Verweisung in eine besondre Sammlung räthltch.
Andernfalls wäre mindestens eine räumliche Sonderung jenes Be-
standthcils durch Verweisung in besondre Bände oder Abtheilungen
von Bänden zu empfehlen. Das Durcheinanderlaufen von normativen
Actenstücken und diplomatischer Eorrespondenz in demselben Band
ist unbequem.
Sodann dringen wir entschieden auf Wiedcrabstellung der Er-
weiterung des ursprünglichen Plans, welche Fr. Murhard und noch
mehr E. Murhard und Pinhas Vornahmen, indem sie Acten-
stücken über rein innere Vorgänge der Staaten ohne direkten inter-
nationalen Bezug einen bedeutenden Raum zugestanden. Auch in dem
vorliegenden 13. Band figuriren wieder eine ganze Reihe von Urkun-
den, die durchaus nicht die auf dem Titel angekündigte Eigenschaft
besitzen, 6« servir a la connaissance des affaires dtrang^res des
dtats dans leurs rapports mutuels. So die Märzproclamationen
und Kammerervffnungsreden deutscher Fürsten vom Jahr 1848, eine
ziemliche Anzahl von preußischen, auf das dortige Verfaffungswesen
bezüglichen Erlassen, die ganze preußische Verfassung vom 5. Decem-
ber 1848 u. s. w.
Wenn wir demnach wünschen, daß die künftige Redaktion in
Bezug auf die Categvrtcn der aufzunehmenden Urkunden zu den stren-
gen Grundsätzen deö alten Martens zurückkehre, so empfehlen wir
ihr, Hinsichts der Auswahl innerhalb dieser Categorien, nicht dem
uns Deutschen so theuren Ruhm höchster Vollständigkeit nachzujagen.
Die Sammlung ist eine kosmopolitische, deshalb darf sie der deutschen
Vollständigkeitsmanie nicht zügellos stöhnen. Sie ist ohnehin bestän-
dig in Gefahr, an der Fülle des Materials zu ersticken. Das Aus-
land wünscht sehnlich, daß man es mit einer patriotischen Vollstän-

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