Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

16 Kuzuräny: Lehrb. d. allgrm. u. österreich. evang.-Protest. Kirchenrecht«.
Land kommen darf u. s. w., aus deren bloßer Aufzählung, wie der
Verfasser meint, das Factum der geschehenen Aushebung sich unmit-
telbar ergeben soll, daß AlleS dies wörtlich mit jenem Frieden über-
einstimmt und reine Consequenzen desjenigen Rechtszustandes sind, wie
er sich auf der Grundlage jenes großen Friedensvertrags von Osnabrück
und Münster auferbauet hat. Um dies hier nämlich kurz zu berühren,
so ist es ja hinlänglich bekannt, daß in den Art. 5 und 7 des Frie-
dens mit dem Könige von Schweden, auf welche der Münstcrische
Friede im Art. 6 lediglich verweist, das Reformationsrecht in aus-
gedehntester Weise den Landesherrn gewährleistet ist; nur das Nor-
maljahr setzte dem eine Grenze; von dem Normaljahre kann indeß
hier keine Rede sein, denn eS fand auf die österreichischen Erblande
ausnahmsweise keine Anwendung; nur die schlesischen Fürsten und
ihre Unterthanen behielten ihre Religtonsübung, der übrige schlesische
Ritter- und Herrenstand und dessen Unterthanen und der niederöster-
reichische Adel mußten sich mit der Zusicherung begnügen, daß sie nicht
zur Auswanderung gezwungen werden sollten. Alles, wie cö sich in
jenem Patente findet. Der betreffende PassuS heißt demnach nicht, der
westphälische Friede freilich würde Religionsfreiheit garantiren, dieser
aber soll hier nicht gelten; sondern der westphälische Friede gilt hier
zwar, aber er garantirt keine Religionsfreiheit. Weit entfernt, mit
jenem Frieden im Widerspruch zu stehn, ist das ganze Dokument
nur eine Declaration desselben.
Da der Beweis, den wir aus der Kritik dieser Einzelnheiten
für die Unrichtigkeit der gegnerischen Theorie ziehen wollen, nur von
sehr untergeordneter Bedeutung ist, so mag eS damit genug sein. Hätten
wir es freilich mit einer Recensio» des vorliegenden Buches an sich
zu thun, so wären wir allerdings noch lange nicht fertig, ja wir
würden dann nicht absehn, wie wir überhaupt fertig werden sollten,
denn auf jeder Seite treten uns Thatsachen, Behauptungen und Ent-
wicklungen entgegen, welche unfern Widerspruch förmlich herausfor-
dern; eine eingehende Kritik dieses Buches würde wieder zu einem
Buche «»wachsen, welches diesem an Umfang ziemlich nahe käme.
Wir begnügen uns damit, nochmals zu erklären, daß wir längst nicht
Alles billigen, was wir nicht ausdrücklich gemtßbiütgt haben, indem
ja eine eingehende Kritik nicht in unserm Plane gelegen hat.
Nachdem wir so glaube», die Unrichtigkeit jener Theorie hin-
länglich dargethan zu haben, wollen wir noch versuchen, dieselbe zu

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