Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

63

FtH t c, System der Ethik.
stimmt: endlich muß durch die Rechtsnormen festgesetzt werden,
welche (rechtliche) Folgen oder Wirkungen die Thatsachen
haben können. Der Inbegriff der auf alle diese Punkte sich be-
ziehenden Regeln bildet dann das Rechtssystem. Es wird nach
der Verschiedenheit der Rechtsansichten der Völker immer ein
eigenthümliches (ein jus civile im Sinne der Römer) sein: allein
lassen sich auf dem Wege der Abstraktion und durch einen dialee-
tischen Prozeß allgemeine Regeln und höchste Grundsätze fest-
stcllen, die, gleichsam der nothwendige Knochenbau, in jedem
Rechtsorganismuö sich wiederfinden müssen, freilich in jedem
positiven Rechte auf eine concrete Weise gestaltet. Der Inbegriff
derselben bildet nun das von Hegel so getaufte abstracte
Recht, welches in seine Grundbeftandtheile zu zerlegen übrigens
dem großen Denker nicht gelungen ist (wie auch von unserem
Vers. B. l. S. 200 auf das schlagendste gezeigt wird), denn
Hegel's Auffassung der Persönlichkeit und des Eigenthumsbegriffes
sind entschieden theilS ungenau, theils an innern Widersprüchen
leidend. Auch wird jeder Rechtsgelehrte es tadeln, daß Hegel
unter den Thatsachen, welche Rechtsverhältnisse auf eine rechtlich
erlaubte Weise begründen können, nur vom Vertrag, statt von
Rechtshandlungen, Rechtsgeschichteu u. s. w. zu handeln, spricht.
Er ist offenbar durch das Beispiel der früheren Naturrechtslehrer,
die im s. g. reinen Naturrecht auch nur die Trilogie der Person,
des Eigenthums und des Vertrags kennen, befangen.
Es ist sehr zu wünschen, daß künftig die Philosophen, die
Nechtötheorien aufstellen, sich einer solchen Engherzigkeit nicht
mehr schuldig machen.'°)
In der Lehre von den Personen nimmt die Beleuchtung der
s. g. Urrechtc ciuc erste Stelle ein, in der von den Sachen die
Frage über die Nothwcndigkeit des Privateigenthums, in der
von den Handlungen allerdings die von den Verträgen.
Die Rechtsgrundsätze beziehen sich demnach zunächst auf
den Stand der Personen, auf Besitz und Verkehr, also auf
das Vermögen, dann aber auf die Normirung der rechtlichen
Seite anderer, an und für sich nicht juristischer socialer Verhält-

16) Der weitere nothwendtg festzuhaltende Gesichtspunkt findet sich aufge-
stellt und durchgeführt tn des Ref. Lehrbüchern der Rechtsphilosophie von 1830 u. 1838.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer