Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

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Vchnau-rrt, Hülfsiuch für dir juristische PruriS.
aus demselben und eine kritische Beleuchtung besonders und aus-
führlich zu begründen, glauben wir im Interesse des Raumes
dieser Zeitschrift um so mehr verschmähen zu dürfen, als Das,
was wir gesagt haben, für Jeden, der einen flüchtigen Bück in
das Buch wirft, gerechtfertigt sein wird. Man schlage das Buch
auf wo man will, jede Seite wird dasselbe bestätigen. Eine all-
gemeine Hinweisung auf einige auf den Zufall hin herausgegrif-
fenen Lehren möge hier Platz finden. Man sehe z. B. §. 108
die triviale Lehre über Quittungen, bei welcher jedoch nicht ein-
mal der doppelt oder dreifach ausgestellten, aber nur für eine
gültigen Quittungen gedacht wird; man sehe die §§. 110 u. 111,
welche über den Versicherungsvertrag die größte geschäftliche und
juristische Dürftigkeit dokumentiren; man sehe die §§. 75 ff. über
das Wechselverhältniß, welche nicht einmal als Einleitung in das
Studium des Wechselwesens und Wechselrechts für Anfänger ge-
nügen, und überhaupt in einem Hülfobuche für die juristische Pra-
xis keine Stelle finden dürfen; ferner die §§. 33 u. 34 über die
Gesellschaft, in welchen nicht eine Spur von Regeln für die Ab-
fassung der wichtigen HandclSgesellschaftsvcrträge zu finden ist. —
Unkenntnis) der Gcschäftsprariö tritt obendarein überall hervor.
Ein Beispiel genüge. Gelegentlich der Alimentation unehelicher
Kinder und des Vertrages über dieselbe (§. 23 u. 24 des Hülfs-
buches) würde ein Praktiker darauf Hinweisen, daß in gar vielen
Fällen der uneheliche Vater oder dessen Mandatar Namens des-
selben in der Vertragsurkunde ausdrücklich der Paternität wider-
spricht unter der Erklärung, durch die Zahlung von Alimenten für
das Kind re. überall nicht einräumen zu wollen, mit der Mutter
sich fleischlich vermischt oder das Kind erzeugt zu haben. Ein
Praktiker würde ferner lehren, daß der angebliche Vater, wenn
derselbe nicht besondere Gründe zu einer sofortigen gänzlichen Er-
ledigung aller gegen ihn erhobenen Ansprüche hat, die Zahlung
jährlicher Alimente vorzuziehen hat. Die Gründe hierfür lie-
gen in der Sterblichkeit in den ersten Lebensaltern, welche bei un-
ehelichen Kindern von solchen Müttern, welche behufs der Ali-
mentation Ansprüche erheben, in der Regel wegen mangelhafter
Verpflegung und Entbehrung der Muttermilch größer als unter
andern Kindern ist. Sodann würde ein Praktiker nicht unerwähnt
lassen, daß bisweilen, namentlich wenn die Alimentationsansprüche
durch Einen Betrag ein für allemal erledigt werden, in der Ver-

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