Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

68. Schnaubert, Hülfsbuch für die juristische Praxis

Schnauöert, Hülfsbuch für die juristische PrarlS.

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ßig ist; nicht fingirt wird gleichzeitige Cession, sondern alle
einzelnen succeffiven Cessionen erhalten ihre Wirksamkeit erst
in dem Momente der letzten Cession, gleich als ob Alle erst in
diesem Momente cedirt hätten. Wir haben hier einen analogen
Fall, wie die Suspension der Wirksamkeit bei der Bedingung,
dem jus postlinimii, und der delatio hereditatis (über deren Wirk-
samkeit die editio entscheidet), mit dem einzigen Unterschiede, daß
hier rückwirkende Kraft ist, welche in jenem Falle fehlt. —
Leipzig. Dr. I. E. Kuntze.

Hülfsbuch für die juristische Praxis. Von 1)r. Friedrich Schnau«
dort, Professor des Rechts an der Universität Jena. Erster Theil. Die
Rechtsgeschäfte. Druck und Verlag von Friedrich Mauke. Jena, 1853. XU.
und 162 S. (Der zweite Theil soll um Michaelis d. I. folgen.)
Dieses sogenannte Hülfsbuch gehört weder in das Gebiet der
Formularjurisprudenz, deren Berücksichtigung außer der Aufgabe
lag, welche der Verf. sich stellte (s. Vorrede S. XI, vergl. jedoch
dieselbe S. IV), noch in das der Kautelarjurisprudenz. Es soll
eine Anleitung für Geschäfte deö Privatverkchrs, sowohl für aka-
demische Vorträge und Hebungen, als für die wirkliche Geschäfts-
praris sein (Vorrede S. V und XI); kurz gesagt, eS soll sein
eine Anleitung für die außergerichtliche juristische Praxis.
Die Beweggründe des Verfassers für die Herausgabe dieses
Hülfsbuch es gibt derselbe in der Vorrede dahin an: Die Ein-
seitigkeit der juristischen Bildung sei zu vermeiden; der Jurist
dürfe, um der Anforderung der Zeit auf thätiges Eingreifen in
das bürgerliche Leben zu genügen, nicht bei der theoretischen Be-
gründung des Rechts stehen bleiben; er habe sich auch der Praxis
des Rechts zu widmen. Zu den üblichen Vorträgen über dieselbe,
so fährt der Verf. fort, gehöre das Pandektenpraktikum; sodann
das gewöhnlich auf Schriften (?) des Zivilverfahrens beschränkte
Prozcßpraklikum und das Nelatorium. Diesen Vorträgen habe
er, man höre, seines Wissens zuerst einen Vortrag über Geschäfte
des rechtlichen Privatverkehrs, ein juristisches Geschäftspraktikum
hinzugefügt in der Ueberzeugung, daß ein solcher von den übri-
gen Vorträgen ganz verschiedener Vortrag den Sinn für das
Geschäftsleben anrege! —
Die auf dem Grundsätze der Zweckmäßigkeit beruhenden Re-
geln, welche für die Anwendung des geltenden Rechts, nach Form
38»

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