Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

550 Hetnzclmann, die Untheilbarkeit der Servitute».
als des einem Grundstücke zuständigen Rechtes nicht mit ausdrück-
lichen (Quellen) Stellen belegen könne; der Verfasser dagegen
hat sich überredet, dies thun zu können. Er beruft sich theils
auf einzelne Rechtssätze, die nach seiner Meinung auf die Perso-
nificirung der Grundstücke Hinweisen, theils auf specielle Aus-
drücke in den Quellen. Von der Beweisunfähigkeit der erstern
wird nachher geredet werden, im Zusammenhänge mit der Dar-
stellung meiner eigenen Ansicht. Was die letzteren anlangt, so
enthalten diese theils keinen stringenten Beweis für, theils sogar
entschiedenen Gegenbeweis gegen des Verf. Ansicht. Denn es
heißt zwar hier und da praedio datur, debetur servitus, fundus
servit, debet viam etc. fundi nomine etc.; allein in ebensoviel an-
deren Stellen ist zu lesen: dominus praedii jus viae, itineris habet,
sibi acquirit, z. B. in I. 6. §. 1. I). (8, 5), 1. 16. D. (8, 6), 1.
17 eod., oder domino servit: in I. 30 §. 1. D. (8, 2), 1. 27. D.
(8, 3), I. 6. D. (8, 6), I. 4. §. 7. D. (8, 5); daneben kommen
solche Redensarten vor wie: (aquae) ductioni servit praedium:
(in I. 3. §. 2. v. 43, 20. Persönliches Wasserleitungsrecht!),
ager itineri servit (in I. 13. §. 1. D. 8, 3), oder pecori debelur
(in 1. 1. §. 18. D. 43, 20. persönliches Vieh!). Das praedium
serviens aber wird in unzähligen Stellen ausdrücklich als das
Objekt des Servitutrechtes bezeichnet. In Gesellschaft mit sol-
chen Stellen kann jenen vom Verf. für seine Ansicht angezoge-
nen Ausdrücken der Quellen unmöglich Beweiskraft zugestanden
werden. Geradezu einen Gegenbeweis aber enthalten alle
diejenigen Stellen, welche von einem praedium servire, servum
oder (im Gegensatz) liberum esse reden (wie z. B. l. 20. §. 1.
0. 41, 1., l. 34. 35. l). 8, 2., l. 6. 0. 8, 6.); denn die juristi-
schen Pointe des Sklaventhums ist bekanntlich gerade der Man-
gel der Rechtsfähigkeit oder Persönlichkeit, oder die Eigenschaft,
Rechtsobjekt sein zu können. Wir kommen durch die wörtliche Auf-
fassung jener Redensarten zu dem Ergebniß, daß gerade die
nicht mit Servitut belasteten praedia Personen (libera), die bela-
steten dagegen Nicht-Personen, nämlich Sklaven seien.
Nachdem ich von dem Bedenklichen der Personificirung im
Allgemeinen und dem Mangel eines Legalbeweises derselben ge-
sprochen habe, bleibt mir der Nachweis ihrer Unmöglichkeit
übrig. Diese folgt: 1) in Betress der praedia servientia aus der
Natur der Servituten als jura in re, die sie unbestreitbar sind.

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