Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

60. v. Savigny, Das Obligationenrecht als Theil des heutigen röm. Rechts

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Savigny, das Qbltgationknrecht.

absolut neue Theorie deducirt, und den Ergebnissen Jahrhunderte
langer Forschung mit einem gewaltigen Griffe den Stab ge-
brochen.
Wir kommen daher zurück auf das, was wir schon am Ein-
gänge unserer Betrachtung gesagt haben. Ein ert hat in dieser
Schrift das wahre Feld seiner Thätigkeit verlassen; Einert hat
sich auf ein Gebiet gewagt, auf welchem dieselbe Kühnheit, welche
dazu nöthig war, eine neue Wechseltheorie gegen die Vergangen-
heit dieses Instituts und seiner theoretischen Behandlung unmittel-
bar aus den Bedürfnissen der Gegenwart aufzubauen, ihm in
der That als ein Frevel an der Wissenschaft zugerechnet werden
muß. Einert, der Mann der Gegenwart, der Mann des prak-
tischen Rechtslebens, hat ein Stück römische Nechtsgeschichte be-
leuchten wollen; suchen wir zu vergessen, daß er es nicht be-
leuchtete, sondern willkürlich korrigirte!
Zürich. Prof. Heinr. Fick.

Das Obligationenrecht als Thetl des heutigen Römischen Rechts. Von Fried-
rich Carl von Savigny. Erster Band. Berlin. Bei Veit und Comp.
1851. VII. und 1—520 S.
Daß das eben genannte Werk ein seines hochverdienten Herrn
Verf. vollkommen würdiges, daß es ein Meisterwerk ist, das kaum
einen andern Wunsch übrig läßt, als den, es möchte recht bald
fortgesetzt werden, — darüber steht wohl längst das Urtheil aller
Sachkundigen fest. Es im gewöhnlichen Sinne des Wortes zu „re-
censiren", fühlt sich daher auch der Unterz, nicht im Mindesten beru-
fen. Aber indem er hier Rechenschaft darüber zu geben unternimmt,
wie es ihm zur Anregung gedient hat, über die darin behandel-
ten Lehren weiter nachzudenken, und in wieweit er dabei sich das
von dem Herrn Verf. Dargebotene anzueignen vermochte, in wie
weit nicht, glaubt er mehr an der Erfüllung einer allgemeinen
Pflicht Theil zu nehmen, als sich etwas Besonderes anzumaßen.
Die in dem gleichen Sinn über denselben Gegenstand veröffent-
lichten Bemerkungen seines Freundes und Kollegen Brinz (m
dessen „kritischen Blättern" Nr. 3.) sind ihm erst zu Gesicht ge-
kommen, als das hier Folgende großentheils schon niedergeschrie-
-en war. Er hat diese treffliche Arbeit bei der Vollendung fei-
ner eigenen nicht unbenützt gelassen; ausdrücklich und ausführlich

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