Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

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Die Schriften der römischen Feldmesser.

zu gleichem Zweck, von denen auch die lex Mamilia handelt; Ha-
drian verordnet wieder nicht pecnniäre Strafen. In alter Zeit
bildet das Gebiet der bewehrten Gemeinde einen ager arcifinius,
(ab arcendis a finibus hostibus) oder ein territorium, (a territis
fugatisque inde hostibus). Grammatisch ist namentlich wider die
letzte Etymologie schwerlich irgend etwas einznwenden, nur woher
die speciell beschränkte Bedeutung des allgemeinen Schrecknisses
rühre, scheint nicht recht erklärlich; oder liegt ihr eine ganz ur-
sprüngliche Anschauung zu Grunde, die sich dann wieder im kin-
dischen Greisenalter des Volks, bei den Byzantinern, in den äp«X-
H<xxa b-co'./s!.(i)|jieva kund giebt? denn diese, melden Geschichtschreiber
jener Zeiten-), vermögen allein ohne menschliches Zuthnn die
Feinde von der Grenze zu schrecken, fast mit ähnlicher Kraft be-
gabt wie der elische rapa^-no?, von dem Pausanias (6, 20) be-
richtet. Später, als das mächtige Nom in den besiegten Landen
Colonien gründet und diesen limitirtes Land zumistt, bildet ager
arcifinius zu diesem den Gegensatz und begreift nun alles unver-
messene Land. — Die alten Grenzen der Territorien sind ent-
weder rein natürliche, wie Bergzüge und Flüsse, oder natürliche,
bei denen aber menschliche Nachhülfe erkennbar, oder endlich reine
Kunstgrenzen. Zur zweiten Klasse zählen Wälder und heilige
Haine, loca sacra und loca religiosa, auch kann die Grenze aus
der verschiedenen Cultur des Bodens zu entnehmen oder durch
Bäume, Hecken, Zäune, Gräben, Aufwürfe bezeichnet sein.
Die jüngste und vollkommenste Grcnzbezeichnung aber bilden die
termini, die nur eben diese Bestimmung haben; von den Arcifinien,
die nach jus gentium von einander geschieden sind, leitet die Lehre
von der lex und consecratio vetus, als Stück des jus proprium
peregrinorum zu der eigenthümlich römischen Limitatio über. Nach
römischer Anschauung sind drei Gesichtspunkte bei Betrachtung der
Verschiedenheiten der agri wohl zu scheiden: der siaatsrechtlich-
gromatische, der privatrechtliche, der landwirthschaftliche. Unter
dem ersten Gesichtspunkt ist das Land entweder aufgerheilt, oder
vermessen (ager per extremitatem mensura comprehensus), oder
unvermessen.
Rudorfs Hebt Hervor, wie der ager quaestorius von dem
*) Z. B. CedrennS (Bd. 2 S. 144 der Bonner AnSg.), NiceiaS Goniata
(S. 848), CodinuS (de antiijuit. S. 35 u. 124).

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