Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

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Die Schriften der römischen Feldmesser.

tegrirender Theil des ganzen Unternehmens sich darstellt, so er-
heischt doch ihre überwiegende Selbstständigkeit eine gesonderte
nähere Prüfung. Den Institutionen folgen die Beilagen: Be-
schreibungen des Codex Arcerianus und des Gudianus von Ebert,
Nachträge zur Abhandlung über die Handschriften von Blume,
Vergleichung der römischen Feldmessersammlung mit der Geodäsie
des Heron von Alexandrien; dann drei inäiees (verborum, ßeo-
Argpbicus, nominum) von Bursian, endlich eine Zusammenstel-
lung der Seitenzahlen in der Ausgabe von Goesius mit den ent-
sprechenden der vorliegenden Ausgabe von Blume.
Ich habe vorher das hier besprochene Werk eine Schöpfung
genannt, nicht unbedacht. Göttlicher Kraft ist, aus Nichts schaffen,
menschlicher, Vorhandenes formen. Daß solche menschliche Schöp-
fung hier vorliegt, hat vielleicht die in Vorstehendem gegebene
Uebersicht über das Geleistete denen zur Anschauung gebracht, die
das Werk selber nicht näher betrachtet. Mögen mir die lebenden
Herausgeber verzeihn, wenn mir gerade L a ch in a n n im Aufsuchen
und Neubilden der einzelnen Autoren am meisten schöpferische Kraft
entfaltet zu haben scheint. Auf großen Dank rechnete in bitterer
Bescheidenheit Lachmann selber nicht, ja ihm schien zweifelhaft,
ob Juristen das von ihm Gewonnene unbefangen nützen würden.
Hoffentlich sah bei beiden sein sonst so scharfes Auge falsch, und
die Nachzeit erfüllt ihm, was er von Zeitgenossen nicht erwarten
mochte. Und wäre es nicht der Fall, ihm schadete es wenig;
der Werth wissenschaftlicher Leistungen ist nur selten nach ihrem
Erfolge zu bemessen.
Die Verdienste der Herausgeber im Einzelnen zu preisen
scheint überflüssig; wem die Natur den Sinn für solche Arbeiten
versagt, wird dies Verdienst nie begreifen, jeder Andre wird eS
selber erkennen, sobald er sich ernster mit den mensorischen
Schriften beschäftigt. Nur wie glücklich die Herausgeber die Klip-
pen umfahren, an denen gemeinschaftliche Arbeiten leicht scheitern,
scheint besonderer Anerkennung werth. Vielfach hat Lachmann
die Emendationen von Blume und Rudorfs benutzt; Einheit
herzustellen war hier nicht schwer, da die Rcdaction des Textes
ganz in seinen Händen ruhte. Aber bei den vielfach ineinander-
greifenden Untersuchungen des 2. Bandes schienen Widersprüche
unvermeidlich, sollte anders die Individualität der einzelnen Ar-
beiter sich frei entfalten. Auch sind Widersprüche nicht ausgeblieben.

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