Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

Tie Schriften der römischen Feldmesser.

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Durch Lach mann sind diese Arbeiten zu einem Abschluß ge-
dieh», mag hie und da noch gebessert werden, wir haben setzt
die feste Grundlage gewonnen, so für die Kritik wie für die Be-
nutzung der Agrimensore». Was Lachmann geleistet, kann voll-
ständig erfassen nur wer ihm Schritt für Schritt folgt und überall
seine Ausgabe mit den Handschriften und mit dem was frühere
Herausgeber aus diesen gewonnen, vergleicht. Wie er gearbeitet,
darüber giebt er selber in den Erläuterungen des 2. Bandes die
beste Auskunft. Ein Bild wenigstens seiner Thätigkeit bekommen
wir, wenn wir die bedeutendsten Autoren in der neuen Ausgabe
mit den Gestalten vergleichen, die sie in der allgemein verbreite-
ten Ausgabe des Goesius angenommen hatten.
Voran steht Frontinus, der Einzige, dessen Schriften unzwei-
felhaft dem ersten Jahrhundert n. Ehr. angehören. Lach mann
nimmt an, daß die erhaltenen Bruchstücke aus zwei Büchern des-
selben Werks stammen, und ordnet sie demgemäß. lieber die Be-
gründung dieser Annahme geben die Erläuterungen (S. 112 f.)
ausführlich Rechenschaft. Als Theilc des liber I betrachtet Lach-
mann die Abschnitte de agrorum qualitate (S. 1—8) und de con-
troversiis (S. 9—26). Beide giebt auch van der Goes (S. 36,
39 u. 39—44) unter Frontin's Namen. Zu diesen Abschnitten ge-
hört ein Commentum, das in den Handschriften die Ueberschrift
Aggeni Urbici führt. L achmann druckt dasselbe unter dem com-
mentirten Terte ab, bei van der Goes folgt es den betreffenden
Schriften Frontin's als Aggeni Urbici in Julium Frontinum com-
mentarius (S. 44-—50) und als Aggeni Urbici commentarii de
controversiis agrorum pars prior (S. 50 — 64), auf welche dann
als pars altera des älteren Agennius Commentar folgt, insoweit
dieser nicht als liber Simplici (S. 76 — 89) geboten wird. Daß
Lach mann hier die Werke der beiden Agcnnii schied, war sein
kleineres Verdienst, wichtiger war, wie er diese Comentare in ihre
einzelnen Bestandtheile zerlegte. Was der Verfasser des Commen-
tum, der jüngere Agennius, aus eigenen Mitteln giebt, ist durchaus
werthlos, bedeutend dagegen ist, was er aus andern geschöpft,
und da er nur wenig Quellen benutzt, vielleicht nur den älteren
Agennius und den älteren Hpginus, so sind diese meist zu unter-
scheiden. Zn dem aus Agennius Entnommenen war wiederum
viel Frontinisches enthalten, und so gewann Lach mann durch
die sorgfältigste Zergliederung des Commentüm wichtige Ergän-
Krit. Zeitschrift für gesammte NechrSw. I. Bd, 5, Hfl, 29

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