Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

396

Btener, das englische Geschwornengertcht.

und worin auch die begangenen Verbrechen angeführt und der
herrschende Verdacht ausgesprochen wurde, lag noch kein Partei-
nehmen gegen den Angeschuldigten. Deshalb wird ihm nur ge-
gen Einzelne, die sich weiter compromittirt haben, das Rekusations-
recht zngesianden.
Die weitere Entwicklung der Urtheilsjury müssen wir, we-
nigstens für setzt, in den Händen Biener's lassen. Es wäre
hie und da Einzelnes hervorzuheben, und ohne Zweifel ist er zu
Unrichtigkeiten verleitet worden in Bezug auf die Entstehung eines
eigentlichen Beweisverfahrens vor der Jury, das er nach unserer
Ansicht namentlich für den Strafprozeß viel zu spät annimmt,
und wobei übersehen wird, wie eng Civil- und Criminalsury mit
einander Zusammenhängen und wie die große Klasse der Mis-
demeanors gleichsam die Stelle zwischen den schweren Verbrechen
und reinen Civilfällen bildet. Andeutungen eines Beweisverfahrens,
einer Zeugenvernehmung vor der urtheilenden Jury, sind ohne
Zweifel schon in Bracton zu finden (Hallam S. 256).
Doch zur Ausführung dieser Ansichten fehlt es uns an Raum,
und unbewiesener Behauptungen hat es bei unserm Gegenstände
schon genug gegeben. Wir brauchen kaum zu sagen, daß unsere
Ausstellungen im Interesse des Gegenstandes allein und in der
Absicht gemacht sind, ein Werk, das wie das Biener'sche lange
und heiß bestrittene Fragen zum endlichen Abschluß zu bringen
sucht und zum größten Theil auch bringt, so vollständig wie mög-
lich zu machen. Der Verfasser hat ja selbst seinem Werke einige
Nachträge angehängt, möge er unsere Bemerkungen als solche
weitere Nachträge freundlich aufnehmen.
Von dem Forspth'schen Buch haben wir in Betreff der
Criminalsury wenig zu bemerken. Dieser Theil ist nicht be-
deutend, und wenn auch durchgängig richtig, doch nicht so bear-
beitet, daß er neben Biener's wohldurchdachtcn Resultaten ge-
nannt zu werden verdiente. Hervorheben wollen wir jedoch, daß
Forsyth S.205 zu Bracton's Zeiten eine von der Rügejury
ganz verschiedene Urtheilsjury (a second and different jury) an-
nimmt. Auf die empfehlungswerthen Parthien des Buchs ha-
ben wir oben schon aufmerksam gemacht, und es scheint nach
der Durchlesung beider Werke ein ganz natürlicher Wunsch,
daß Biener's sorgfältige, ins Einzelne gehende Arbeit in
England, und die klare Darstellung und richtige Würdigung

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer