Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

Günther, der Konkurs der Gläubiger. 373
Angriff nicht zu erwarten hat, ist wohl unzweifelhaft, da nach
diesem Rechte die Pfandgläubiger vom Konkurse gar nicht be-
troffen wurden. Daß ferner, nach deutschem Konkursrechte die
Pfandgläubiger nicht unter den Liquidanten zu Folge der Ediktal-
Citation aufzntreten haben, möchte ebenfalls nach der schlagenden
Begründung dieser Ansicht durch Schweppe Konkurs §. 11, und
Pfeiffer prakt. Ausf. Bd. II. S. 168 ff. nicht mehr zu bezwei-
feln stehen, allein gegen das vom Verf. behauptete unbeschränkte
Distraktionsrecht der Pfandgläubiger möchte wohl mit Pfeiffer
a. a. O. Widerspruch einzulegen sein. Wenn es nämlich zwar
einerseits richtig ist, daß durch den zu Folge des Konkurses be-
wirkten (deutschrechtlichen) Ucbcrgang des schuldnerischen Vermö-
gens auf das Gläubigerkorps, dieses keine größeren Rechte an
den Vermögens-Stücken des Schuldners erhalten kann, als der
Letztere selbst gehabt hat, also namentlich nicht das Besitzrecht
an der verpfändeten Sache bekommen kann, so dürfen auch an-
dererseits die auf die Konkurs-Kreditoren überkommenen Rechte
nicht der Möglichkeit einer Verkürzung ausgesetzt werden. Unzwei-
felhaft sicht nämlich den Konkursgläubigern ein Anspruch auf
densenigen Theil dcS Faustpfandes zu, um welchen dessen Werth
den Betrag der Forderung des Faustpfandgläubigers übersteigt.
Dieser überschüssige Theil des Faustpfandes muß^demnach jeden-
falls als zur Masse gehörig betrachtet werden. Damit nun
dieses Interesse des Gläubigerkorps nicht der Möglichkeit einer
Benachthciligung ausgesetzt sei, muß es ihnen (oder dem sie ver-
tretenden Konkurskurator) gestattet sein, den Verkauf des Pfan-
des auf die dem Interesse der Masse am vortbeilhaftestcn Weise
zu verlangen.
Es möchte demnach obige Ansicht des Verf. dahin zu modi-
fiziren sein, daß sich der Fauftpfandgläubigcr, in Ansehung der
Art der Ausübung seines Rechtes Befriedigung zu erlangen, dem
durch die Konknrserkcnnnng eingeleiteten Verfahren zu unterwer-
fen, also das Pfandobjckt zum konkursmäßigen öffentlichen Ver-
kaufe an den Konkurs-Kurator zu übergeben habe. —
In der nun folgenden Darstellung der weiteren Verhand-
lungen in dem Konkursverfahren ist es auffallend, daß über die
Art und Weise die Prioritätsverhandlungen zu leiten fast Nichts
erwähnt wird; cs beißt nur S. 91, daß nach beendigtem Liqui-
dationsverfahren das Prioritätsurtheil gesprochen wird. Freilich

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