Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

Römer, das Erlöschen de- klagerischen Recht-. 263
Der Verf. führt selbst kr. 14 pr. D. de cond. kurt. 13, 1
von Julian an, welcher ohne Bedenken die Condemnation aus
der cond. kurt, bei Aufhören des Rechts nach der Litiscontestation
wegfallen läßt. Die Erklärung dieser Stelle durch den Verf.
S. 92 u. 93 ist völlig verfehlt. Hierzu ist aber noch zu fügen
das vom Verf. nicht benutzte kr. 4 D. jud. solv. 46, 7, welches
ebenfalls entschieden Absolution gewährt, wenn während des Ju-
diciums der Grund der Klage wegfällt. — Vergleichen wir damit
kr. 82 §. 1. l). de verb. obl., so ergiebt eS sich klar, daß auch
im Falle des Untergangs des geforderten Objekts die Perpetua-
tion nicht von der Lttiscontestation, sondern nur von der Mora
an angenommen wurde. Und dagegen beweisen auch nichts die
andern angeführten Stellen. In kr. 8 l). de re jud. 42, 1 (ck. kr.
11 v. jud. solv. 46,7) wird die Absolution nur deßhalb verneint,
weil die Früchte nach Untergang der Sache noch herausgegeben
werden müssen (Icfe man nun et oder mit Römer S. 84 und
Buchka Einst, des Pro;. S. 184 sed abs.). Fr. 12 §. 3 D. dep. schreibt
den Untergang der Sache dem Beklagten in slr. juris jud. nur unter
denselben Voraussetzungen, wie bei einer a. depos., also wie wir
gleich sehen werden, nur im Fall der mors zu. Am wenigsten
sollte man aus der conkessio auf die Litiscontestation einen Schluß
machen. Fr. 5 v. de cenk. 42,2. Diese steht vielmehr dem Urtheil gleich.
Da Jemand allerdings nach römischem Recht verurtheilt sein kann,
Lticbum debere, wenn derselbe etwa nach der Mora untergegan-
gen ist, so muß Gleiches vom Geständniß gelten.
Läßt sich aber das Prinzip, daß der Richter den Wegfall des
klägerischen Rechts und ähnliche Thatsachen nach der Litisconte-
station nicht mehr zu berücksichtigen habe, selbst nicht bei stricti juris
actiones Nachweisen, so kann es gewiß bei bonae fidei judicia und ar-
bitrariae actiones um so weniger angenommen werden. Ja die Be-
hauptung der Richter habe bei b. f. jud. auch dann verurtheilt,
wenn das Recht des Klägers schon (ohne Schuld des Beklagten,
und ohne daß er in mora ist) untergegangen war, steht der Natur
dieser Klagen völlig entgegen. Um den Gegenbeweis zu führen
beruft sich der Verf. namentlich auf kr. 12 §. 3 v. depos 16,3, wo von
der unbedingten Haftungspflicht des einmal beklagten Depositars
gesprochen werde. Allein dabei scheint übersehen, daß zu den
Voraussetzungen der Depositumsklage gehörte rem dolo malo N.
N. redditam non egßc (Gaj. IV. §. 47), daß also der Beklagte sich

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer