Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

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Daniels, de Saxonici specnli etc.

des Schwabenspiegels selbst, verglichen haben, soweit hierzu uns
die Hülfsmittel zu Gebote standen. Der Leser wird sich hieraus
überzeugen können, daß von einer übereinstimmenden Ordnung
des Materials auch nicht die kleinste Spur sich hier findet.
Nur zwei Bemerkungen mögen uns noch vergönnt sein. Aus
keiner Stelle lassen sich wohl die Jrrthümer, die der Schwabenspie-
gel so oft bringt, und die Herr v. Daniels überall gutheißen will,
deutlicher erweisen, als aus Cap. 156. b. (bei Laßberg.) Denn
hier, wo der Sachsenspiegel sagt, „wenn die schöffenbaren Familien
in einer Grafschaft zergehen, d. h. aussterben, soll der König
des Reichs Dienstmannen frei lassen, und jedem drei Hufen Eigen
von dem Gute geben, welches in die Grafschaft erstorben ist,
damit sie schöffenbar hiervon sein können" — hier schwatzt der
Schwabenspiegel von dem Zergehen der Gebülel in einer Graf-
schaft", und die Verwechslung dieses niederen GerichtSdieners, den
der Sachsensp. III. 61. §. 3. sehr wohl von dem Fronboten ib. §. 1.
u. III. 45. §. 5/unterscheidet, mit den Schöffenbaren, wie in der
angeführten Stelle (aber auch mit den Fronboten, wie in Cap.
126), konnte nur unserm Entdecker verborgen bleiben. Vrgl. p. 22.
— Wenn aber Letzterer p. 25. not. 1. das Wort Gcbure, das schon
in der Jncunnabel von 1480. Gebauer lautet, nicht von Bauen,
colere, sondern von „Gebühren", weil die Bauern Gebühren
zu zahlen gehabt hätten, herleiten will, so scheint dies zu dem
Schluffe zu berechtigen, daß jedwede Cultur ihm recht gründlich
zuwider sein muß. Ob denn wohl auch das Wort sustor (Schwe-
ster) — Schuster davon herkommt, daß die Schwestern für Schuhe
und Kleider der Brüder zu sorgen hatten, (vergl. Fischer Gesch.
des deut. Handels Bd. I. §. 1 ff. besd. §. 6. not. k. pg. 25.)
und broder, von Brod, weil die Brüder noch keine Kartoffeln
bauten? no sutor supr« crepida»»!!
Wir lassen zum Schluffe die erwähnte Tabelle auf den nächsten
Seiten folgen.

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