Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

Buchka, Lehre von der Stellvertretung.

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Pekulium hinaus tenent sei, falls er dolos handele, nicht daß
er über dessen Verpflichtung hinaus verhaftet werde (kr. 21 D.
de pec. 15, 1. summa cum ralione etiam hoc peculio praetor
imputabit quod dolo malo domini factum est, quominus in peculio
sit, cfr. fr. 36 D. eod.). Gerade daraus erklärt sich allein, daß
der Vater durch seine Mora selbst bei einer Pekulienklage aus
b. f. jud. nicht zur Zinsenzahlung verpflichtet wird (kr. 36 §. 3
I). de us. 22, 1.), dagegen allerdings aus der Mora des Sohns.
Nur in einem Falle geht die Verbindlichkeit des Vaters weiter
als die ursprüngliche des Sohns. Wenn der Vater in Mora ist,
nicht aber der Sohn, und der versprochene Gegenstand untergeht,
so wird die Obligation vernichtet; dennoch soll gegen den Vater
eine actio utilis zuftehen, kr. 49 l). de V. 0.
2) Aus ähnlichen Gründen entwickelte sich die Verhaftung
des Prinzipals ans Verträgen seines Institors und Erercitors.
War er auch ursprünglich nicht verpflichtet, für dieselben einzu-
stehen, so gebot ihm doch stets ein sehr natürliches Interesse, für
die regelmäßige Erfüllung von dessen Verbindlichkeiten zu sorgen,
und so dessen Geschäft in Blüthe zu erhalten. So gewöhnte
sich der Gläubiger schon im Voraus, auf die Verhältnisse des
Prinzipals zu rechnen, und deßhalb forderte man nach und nach
vom Geschäftsherrn nicht nur als eine Pflicht der Klugheit, son-
dern auch der Rechtlichkeit, daß er für deren Erfüllung einstehe.
Weigerte er sich dessen dennoch, so gab man die a. inslit. u. ex.
Aus solchen Gründen der Billigkeit und Zweckmäßigkeit rechtfertigt
denn auch Ulpian in kr. 1 I). de exerc. a. und kr. 1 D. de inst. a.
die Einführung dieser Klagen.
Durch die Aufstellung derselben wurde aber die persönliche
Haftbarkeit der freien Institoren und Ercrcitoren in keiner Weise
aufgehoben oder beschränkt. Die immer wieder auftauchcnde An-
sicht neuerer Juristen, welche das Gegentheil annimmt, widerspricht
durchaus der römischen Rcchtsanschaunng und ist auch von Buchka
genügend widerlegt worden (S. 42. 46). Die Sache ist aber nicht
so aufznfassen, als ob die Römer dabei auf halbem Wege stehen
geblieben, etwa durch den Formalismus ihres Rechts gehindert
worden wären, den Institor von seiner Verbindlichkeit zu befreien.
Nichts wäre formell leichter gewesen, als dem Institor eine exo.
doli wegen aller Verträge, welche er im Namen des Dritten ab-
geschlossen hatte, zu geben, hätte man nicht gerade in ihm den

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