Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

Srll, Römische Lehre ter dinglichen Rechte oder Sachemechte. 145
Anspruch auf Früchte muß übrigens gegen den b. k. possessor
mit der Vindikation der Hauptsache geltend gemacht wer-
den, von dem m. k. pass, können dagegen die lructus exstantes
allein vindicirt, die kr. consumii condicirt werden." Und dabei
beruft er sich ganz naiv auf die c. 3. C. de fruct 7, 51, welche
er S. 73 (oben) als nicht beweiskräftig anführte!
Die richtige Auffassung des Fruchterwerbs des b. f. poss.
liegt übrigens so nah, daß dies vielleicht der einzige Grund ist
warum sie bis jetzt noch nicht vollständig gefunden wurde. Im
Augenblick der Trennung der Frucht entsteht, wie die einfachste An-
schauung lehrt, eine ganz neue Sache. Wem dieselbe gehöre, da-
rüber sagten nun freilich die alten civilrechtlichen Regeln Nichts.
Das verstand sich zu sehr von selbst, kein Richter konnte zweifeln
sie dem Eigenthümer und Bebauer des fruchttragenden Gegen-
standes zuzusprechen nostrum est, quod ex re nostra fit fr. 25. §. 1.
D. de us. 22, 1. domino praediorum „tributum est.“
Viel zweifelhafter stand es, wem die Frucht gehörte, wenn
sie nicht durch die Cultur und unter der Obhut des Eigenthümers,
sondern eines dritten Besitzers erzeugt wurde. Hier eröffncte sich
ein Kampf zwischen Industrie und Kapital. Aber zuletzt führte
der praktische und billige Verstand der Richter, nicht gehemmt durch
irgend eine civilrechtliche Regel, dahin, dem das Eigenthum zuzu-
sprechen, der das beste Theil dazu gab: die Thätigkeit. §. 35.
J. 2, 1. naturali ratione placuit, fructus, quos percepit ejus
esse pro cultura et cura. Aus diesem Gedanken entwickelten sich
allmählig die Grundsätze, welche sich im neusten Rechte finden.
Ab gesprochen wird vor allem der Fruchterwerb dem, welcher
weiß, daß eine Sache einem andern gehört. Dieser darf Nichts
gegen die Annahme einwenden, daß er dem Eigenthümer durch
seine Thätigkeit dienen wollte, weil er sich sonst als Schurke be-
kennen müßte. Deßhalb geht ihm auch die Vindikatio für immer
verloren, wenn er auf einem fremden Grundstück baute; deßhalb
erwirbt der m. f. Spezificirende die spezificirte Sache nicht, wie
wir sogleich sehen werden.
Dagegen waren die Juristen verschiedener Meinung darüber,
ob auch dann Eigenthum übergehe, wenn der Besitzer in gutem
Glauben also noch in eignem Interesse die Frucht bestellte aber
als m. f. possessor ärndtete. Julian sprach ihm die Frucht zu
kr. 25. §. 2. D. de us 22, 1. Afrika» fr. 40. D. tu r. d. 41, 1.

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