Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

Gaupp, Geschichte der Stadtrechte des Mittelalierr.

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cipation der homines regii erfolgt, und sie hatten gewöhnlich die
Ministerialen bereits von der Theilnahme am Gericht verdrängt
und selber die Schöffenstühle eingenommen. Sehr lehrreich für
die Berfaffungsgeschichte der königlichen Städte ist Fichards Ent-
stehung von Frankfurt (1810), die immer noch keine der hohen
Vortrefflichkeit des Buchs entsprechende Würdigung gefunden hat.
Da wo der Verfasser bei den einzelnen Städten (;. B. Straß-
burg S. 46, Hagenau S. 44, Kolmar S. 114 u. s. f.) die Pri-
vilegien erwähnt, welche ihnen von später» Kaisern und Königen
verliehen wurden, hätte es wohl der Bemerkung bedurft, daß
alle königlichen und bischöflichen Städte, denen die Behauptung
ihrer Reichsunmittelbarkeit gelungen ist, von jedem neugewählten
König eine Bestätigung ihrer Rechte und Freiheiten erhalten ha-
ben, welche zu Anfang der Regierung nachgesucht und mit der
Huldigung verbunden zu werden pflegte. In der älteren Zeit
kommen häufig in der allgemeinen Bestätigung der Privilegien
neue Rechtsverleihungen vor, die aber etwa seit Ludwig IV. re-
gelmäßig in besondern Urkunden ausgestellt wurden.
Statt subsequenlur (S. 98.), wofür der Herausgeber 8ubse-
qucns vorschlägt, ist subsequenter zu lesen. —
Die Einleitung zu dem Stadtrccht von Kalmar muß nach dem,
was oben aus Reg. Rud. p. 67 und Ad. p. 167 gesagt ist, ergänzt
werden. Das Stadtrccht ist nämlich von König Adolf von Nas-
sau (21. Februar 1293) nur bestätigt und zuerst, so viel wir wis-
sen, von König Rudolf verliehen (20. Dez. 1278); beide Ur-
kunden, welche beinahe wörtlich mit einander übereinstimmen,
enthalten aber keineswegs neue Rechtsbestiminungcn, sondern eine
Bestätigung des altern ans Köln stammenden Stadtrcchts. Art. 7
beißt cS nicht, wie Schöpflin II, 56 und der Herausgeber S. 116
haben, „oder nuin sol es enden nach der relil von Ko Im er obe
si wellenl"; sondern: oder man so! es enden nach der relil von
Ko Ino oho si wellent; wodurch der Artikel erst recht verständlich,
und zugleich ein neues Licht auf die Verbreitung des Kölner Rechts
geworfen wird. Nun können wir eö auch erklären, warum vielen
Städten Kolmarer Recht verliehen wurde, so z. B. einer Stadt,
welche schon auf Kölnisches Recht gegründet war: Freiburg im
Breisgau erhielt durch das Privileg Rudolfs vom 10. Nov. 1282
alle Gnaden, Freiheiten und Rechte, deren die Stadt Kolmar sich
erfreute, Reg. Rud. p. 116.

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