Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

108 Gaupp, Geschichte der Stabtrechte Ut Mittelalters.
und Weichbild (Jena 1824) schon einmal sich das Verdienst er-
worben, diesen Zweig der Staats- und Rechtsgeschichte den ge-
lehrten Forschungen zu empfehlen, und durch eine lebendige und
anregende Behandlung desselben, so wenig sichere Resultate sie
auch lieferte, doch nicht Geringeres geleistet, als Eichhorn in sei-
nen einige Jahre früher erschienenen Aufsätzen über den Ursprung
der städtischen Verfassung (Zcitschr. für gesch. Nechtswisscnsch. I.
p. 147—247, II. p. 165—237). Möchte in ähnlicher Weise auch
dieser Versuch, die dem Recht und der Geschichte der deutschen
Städte zu Grunde liegenden Quellen zugänglicher zu machen,
gleich anregend wirken. Können wir ihn auch nicht als den An-
fang einer größer« planmäßig und systematisch geordneten Ans-
gabe der Stadtrechte begrüßen, so wollen wir ihn wenigstens als
den Vorläufer einer solchen ansehn, der diese selbst früher oder
später nach sich ziehen muß. Indem daher Referent eine aus-
führliche Kritik des Buchs unternimmt, hofft er nur im Sinne des
Verfassers zu handeln, wenn er durch ein näheres Eingehen in
die Sache wiederholt auf den Gegenstand aufmerksam macht;
und er glaubt, daß nicht allein Berichtigungen und Zusätze, son-
dern auch Ausstellungen, welche die Arbeit des Vers, zu fordern
scheint, nur den Wünschen desselben entsprechen können.
Als Einleitung hat der Vers, seinen Stadtrechten zwei von
einander unabhängige Aufsätze „über die Familien der alten deut-
schen Stadtrechte" und „über die Hauptperioden in der Entwicke-
lung der deutschen Stadtverfassuug" vorausgcschickt; an letzter»
reihen sich einige Bemerkungen über die Namen Konsul und Bür-
germeister, so wie über die Regel des Weichbilds „die Luft macht
frei." Der Vers, hätte vor allem Andern zuvor den Begriff fest-
stellen sollen, in welchem er den vieldeutigen Ausdruck „Stadt-
recht" nimmt. Denn wenn dieser nicht als technisch zur Bezeich-
nung einer bestimmten Art von Nechtsquelle dienen kann, so
müssen wir, ehe es an eine Veröffentlichung gehen soll, erst von
dem Herausgeber wissen, welche Arten er uns geben will, ob
er vorzugsweise Statuten, Weisthümer und Nechtsmittheilungen
oder auch Privilegien, nur solche Aufzeichnungen, welche sich zu-
nächst auf das städtische Privatrecht beziehen, oder auf Urkunden
über die Geschichte der städtischen Verfassung, ob er mehr die äl-
tere oder mehr die spätere Zeit, alle deutschen Städte oder nur
gewisse Klassen berücksichtigt hat. Der Inhalt des Buchs belehrt

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