Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

verschlossen bleibt, und daß die Philosophie eine Träumerin
ist, wenn sie die leibhafte Gestaltung der Dinge nicht be-
achtet, in denen der Geist sich offenbart. Nur wo Historie
und Philosophie sich die Hand reichen und eng ver-
bündet nach der Wahrheit suchen, geht die Erkenntniß in
vollem Glanze auf.
An diesem Resultate langjähriger Kämpfe auch in
unserer Wissenschaft müssen wir vor allem festhalten,
mögen im Einzelnen die Ansichten noch so weit auseinander-
gehen, und die einen immerhin mehr diese, und die andern
mehr jene Richtung verfolgen. Auch die Nachzügler der
früherhin ausschließlichen Parteien, welche für sich noch den
Krieg fortsetzen möchten, müssen an den Frieden erinnert
und eine unfruchtbare Erneuerung des beendigten Streites
entschieden verhindert werden. Die wirkliche Thatkrast
sindet auf dem befriedeten Boden der Aufgaben genug, um
sich daran zu versuchen. Denn nicht eine träge und eitle
Ruhe darf die Wirkung jener Verständigung seyn, sondern
sie ist die Vorbedingung weiterer Arbeiten und Erfolge.
Von da aus wird auch die neue Anforderung an die
deutsche Jurisprudenz klar, womit denn auch eine neue
Phase ihrer Entwicklung beginnt. Sie soll sich mehr und
mehr losringen von den Banden einer todten Büchergelehr-
samkeit, mehr und mehr mit dem wirklichen Leben der
Menschen in Uebereinstimmung sich versetzen
und seinen Bedürfnissen dienen. Die Jurispru-
denz hat in der That die Ehre, eine praktische Wissen-
schaft zu seyn, sie darf keine bloße Schultheorie noch ein

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