Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

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entdecken ist; zeigt die ganze Behandlung des Versuchs, welcher in
objectiver Hinsicht nichts anders enthält als eine Rechtsgefährdung.
Daß nun aber das Anzünden der eignen Sache unter den
oben erwähnten Umständen zu den schwereren Rechtsgefährdungen
gehöre, braucht für den kaum einer weitern Ausführung, welcher
bedenkt, wie hier geflissentlich ein Element entfesselt wird, dessen
zerstörende Wirkung sich in der Regel weder bemessen noch be-
schränken läßt.
Das frevelhafte Bewußtseyn der in der That liegenden RechtS-
gefährdung darf und muß aber hier gerade so aus den Umständen
der That erschlossen werden, wie dieß hinsichtlich des DoluS der
Fall ist, und fo wenig eine Präsumtion in dem Jndicienbeweise
des Dolus liegt, so wenig darf eine solche dem Schluß auf das
Bewußtseyn der Gefährlichkeit der Handlung aus den Umständen
der That untergeschoben werden.
Dem kritischen Commentar geht eine historische Einleitung vor-
aus, welcher wir, unbeschadet ihres durch die Tendenz deS Buchs
gebotenen skizzenhaften Charakters, doch etwas mehr Methode
gewünscht hätten. Eine Darstellung des mittleren Strafrechts oder
einzelner Stücke desselben darf nicht tumultuarisch Citate aus den
verschiedenartigsten Rechtsquellen neben einander häufen; die RechtS-
quellen müssen nach ihrem genealogischen organischen Zusammen-
hang vorgeführt werden, und ein Citat auS dem Freiburger Stadt-
rechte von 1498 zwischen einer Anführung aus den 16 friesischen
Willküren und einer andern aus dem Stadtrecht von Wiener-
Neustadt gefällt uns eben so wenig, als wenn S. 3. zur Erklä-
rung der „Erscheinung," daß in einigen älteren Rechten die Brand-
stiftung als Criminalfall aufgeführt ist, in jüngern aber nicht, zu-
erst eine Auth. Friderici I., dann die im Kampf mit dem einhei-
mischen Rechte allmählich bewirkte Firirung des röm. Rechts, hier-
nächst die Volksrechte und endlich angelsächsisches, friesisches und
flandrisches Recht in Bezug genommen wird. Der Verf., der sich
längst als einen ebenso scharfsinnigen als methodischen Forscher auf
dem Gebiete der Geschichte des Strafrechts erprobt hat, hat ohne
Zweifel seine guten Gründe zu jenem Verfahren, Ref. sind die-
selben aber nicht klar geworden. Daß übrigens auf daS bayerische
Recht als Beleg jener „Erscheinung" nicht hätte Rücksicht genommen
werden sollen, mag sich auS Ruprechts v. Freysing Rechtsbuche

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