Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

Dre neuesten Versuche deutscher Civil Gesetzgebung. Zgz
Preises von dem redlichen Erwerber wieder einzulösen, sondern
diesem schlechthin das Eigenthum zuspricht, falls er gegen Entgelt
erworben hatte. Das preußische Landrecht dagegen (I. 15. 8. 24
—26. 8. 42 fg.) gibt dem redlichen Erwerber regelmäßig nur,
aber auch in jedem Fall, Anspruch auf Ersatz des gezahlten
Preises, schließt jedoch in einigen Fällen die Vindication ganz
aus. Die große Verschiedenheit in diesen Bestimmungen beweist,
daß hier die Gesetzgebung noch mit Unsicherheit versuchend herum-
tappt, wie es überall leicht der Fall ist, wo man aus Nützlichkeits-
rücksichten von der Consequenz eines Princips abweicht. Und
eben deßhalb darf man am sichersten denen seinen Beifall schenken,
welche sich am wenigsten von dem festen Boden der gemeinrecht-
lichen Eigenthumstheorie entfernen.
Wir brechen hier ab, um zum Schluß noch zweier erst
nachträglich uns zugekommener Schriften zu erwähnen, um welche
die Litteratur über den sächsischen Entwurf neuerdings bereichert
ist. Sie sind:
1) Erläuterungen zu dem Entw. e. b. Gesetzbuchs für das K.
Sachsen, zur Entgegnung auf die hierüber ausgesprochenen
kritischen Bemerkungen. Allgemeine und den ersten Theil
betreffende Erläuterungen. Von Dr. G. Fr. Held; Leipzig
1843. 83. S.
2) Die Anfechtungen der neuern Civilgesetzbücher, ein Beitrag
zum Verständniß, von Di*. Gustav Marschner, k. s. Ober-
appellationsrath. Dresden 1853. 48. S.
Der Verfasser der ersten Schrift ist der Haupturheber des
Entwurfs, der Verfasser der andern ist gewissermaßen Miturheber,
indem er zur Revision des ersten Entwurfs herangezogen worden
und erst aus den von ihm mit vr. Held gepflogenen Berathungen
der Entwurf in der Gestalt, wie er gedruckt vorliegt, hervor-
gegangen ist. Diese Schrift, im Ganzen weniger bedeutend, als
man nach der angegebenen Stellung des Verfassers zum Entwurf
erwarten sollte, in ihrem Ton aber etwas verletzte Empfindlichkeit
verrathend, sucht nur, hauptsächtlich mit Rücksicht auf Sintenis,
obwohl ohne ihn zu nennen, die Einwendungen und Bedenken
gegen eine umfassende Civilgesetzgebung, insbesondere für Sachsen,
zu bekämpfen und den vorliegenden Entwurf gegen einige all-

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