Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

338 Stellvertretung, insbesondere bei Begründung von Obligationen.
der Verträge auf ganz andere Weise zu berücksichtigen, als bei
wirklichen bloßen nunlH, wie dieß auch Dernburg a. a. O.
S. 19 sehr richtig hervorgehoben hat.
IX.
Nicht zu rechtfertigen und verwirrend scheint es mir, wenn
man die Möglichkeit, daß der Erblasser Obligationen activ und
passiv für seine Erben begründe, mit Puchta, Vangerow,
Buchka und Dernburg (a. a. O. S. 3 ff.) mit der Lehre von
der Stellvertretung in Verbindung bringt, und ich kann hierin nur
Brinz (a. a. O. S. 20) beistimmen. Ich habe mich schon an
einem andern Ort (in meinen Beiträgen i. Nr. 3) ausführlicher
darüber ausgesprochen, wie jene Begründung zu denken ist : der
Erblasser muß immer die Obligation für sich selbst begründen und
nur ausbedingen, daß sie erst an seine Erben oder von ihnen er-
füllt werde. Dabei handelt er aber dann nicht als Stellvertreter
seiner zukünftigen Erben, sondern erhandelt lediglich'für sich selbst;
denn juristisch ist doch immer er selbst es, der in seinen Erben die
Obligation erfüllt, oder ihre Erfüllung empfangen soll. Nicht er
ist hier Stellvertreter seiner Erben bei Begründung der Obligation,
sondern sie sind seine Stellvertreter bei ihrer Erfüllung; es ist
eine völlige Verkehrung des wahren Verhältnisses, wenn man den
Erblasser in irgendeiner Beziehung (nach Puchta's Ausdruck)
als einen „nothwendigen Repräsentanten" des Erben bezeichnet.
Scheurl.

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