Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

16.2. Dr. Fr. Ch. v. Arnold. Ueber die Beschränkung der Deflorations- und Alimentations-, dann der Injurienklagen

16.3. W. Wackernagel. Das Bischofs- und Dienstmannenrecht von Basel in deutscher Aufzeichnung des XIII. Jahrhunderts. Basel. 1852

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Kurze Anzeige«.

eheliche Geburten kamen. Sicher hat die Gesetzgebung auch einen
Einfluß auf diese Zahlen; und mehr noch als die Bestimmungen
über Paternitätsklagen die über Ansässigmachung und Verehelichung.
Wo diese erschwert wird, mehrt sich die Zahl der unehelichen Kinder
auffallend. Aber auch die Erleichterung der Paternitätsklage scheint
in der That in Deutschland auf Vermehrung der unehelichen Kinder
zu wirken.
Die vierte Erörterung ist der Darstellung des rein römi-
schen Rechts gewidmet, die fünfte der des deutschen Rechts.
Die sechste bespricht die Unzuchtsstrafen vom Standpunkte der
Geschichte und der Gesetzgebungs-Politik. Der Verfasser ist der
Ansicht, daß die neuere Zeit in Beseitigung aller Unzuchtsstrafen
zu weit gegangen und dieses eine Ursache sey der überhandnehmen-
den Gefahr.
An dieses Buch schließt sich solgende präciser geschriebene Ab-
handlung an:
7) vr. Fr. CH. von Arnold. Ueber Beschränkung der De fl oratio ns-
und Alimentations-, dann der Jnjurienklagen.
Dieselbe spricht sich entschieden gegen die Unzuchtsstrafen,
aber noch mehr gegen dieRegel der Deflorations- und Ali-
mentationsklagen für uneheliche Kinder und deren Mutter
aus, auch gegen das Erbrecht der unehelichen Kinder. Der
Verfasser läßt für jene Klagen nur als Ausnahmen zu: 1) Er-
zeugung nach vorausgegangenem gerichtlichem (?) Ehever-
sprechen, 2) oder mit Nothzucht, 3) Menschenraub und
4) widerrechtlichem Gefangenhalten, 5) der Entfüh-
rung, 6) unfreiwilliger Unzucht und 7) im Fall der pu-
tativen Ehe. Er erwartet von der Abschaffung jener Klagen
eine erhebliche Verbesserung des sittlichen Zustandes und eine Ver-
minderung der unehelichen Kinder, hält aber auch dafür daß, um
dieses Ziel wirklich zu erreichen, in Bayern eine Erleichterung der
Verehelichung mit jenen Maßregeln verbunden werden müsse. Die
Schrift verdient eine sorgfältige Erwägung.
8) W. W a ck e r n a g e l. Das Bischofs- und Dienstmannenrecht von Basel
in deutscher Aufzeichnung des XIII. Jahrhunderts. Basel 1852.
Dieses Statut aus den Jahren 1260—1262 ist eines der
ältesten hochdeutschen Rechts- und Sprachdenkmäler und hat theils

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