Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

lieber die isländischen Gesetze und deren Ausgaben. 281
Hunderts aber wird dieselbe unter dem Namen Gragas angeführt *).
ES ist dieser Name, welcher weder in älteren isländischen Quellen
noch auch in früherer Zeit angehörigen Handschriften des Werkes
selbst eine Stütze findet, wohl erst in der neueren Zeit geschöpft,
und soll, mit Rücksicht auf das den wilden Gänsen vom Volke
beigelegte hohe Alter, wohl nur das höhere Alter der Quelle,
allenfalls im Gegensätze zu den jüngeren Gesetzbüchern der Könige
Hakon und Magnus hervorheben. Ueber die Bedeutung der auf-
gefundenen Schrift war man nun aber von Anfang an keineswegs
im Reinen. Torfäus hielt dieselbe für ein bloßes, freilich wohl
für Island gültiges Ercerpt aus einen norwegischen Gesetzbuche,
das, um die Mitte des Ilten Jahrhunb rts entstanden, bereits in
alten Quellen den Namen Gragas trägt; offenbar leitete ihn bei
dieser Annahme die bloße Gleichheit des Namens, da sonst zwischen
beiden Aufzeichnungen keinerlei Beziehungen sich verspüren lassen.
Andere, wie Erichsen und Kongslev, sehen in unserer Graugans
die alte, durch Bergthors Thätigkeit nur wenig modifieirte Gesetz-
gebung Ulfljots u. dgl. m. Genauere Prüfung, und damit häu-
figere und gründlichere Besprechung der ganzen Frage wurde in-
dessen erst möglich, seitdem im Jahre '1829 die erste Ausgabe der
Schrift auf Kosten der Arna-Magnäanischen Commission in Druck
erschien 2), nachdem bereits vorher das Christenrecht, welches theils
mit den übrigen in derselben enthaltenen Stücken verbunden, theils
aber auch für sich allein in Handschriften sich findet, von Grimr
Jon Thorkelin war herausgegeben worden^).

1) So bei Olaus Wormius, Specimen lexici runici; Havniae 1650
S. 2.; so ferner in den Schriften des isländischen Bauern Björn von
Skardsaa, der im Jahre 1665 verstarb.
2) Hin forna lögbok lslendinga, sem nefnist Gragas. Codex
juris Islandorum antiquissimus, qui nominatur Gragas; Havniae,
sumptibus legati Arnaemagnaeani 1829; 2. Yol. 4. Die Ausgabe ist
bekanntlich mit einer lateinischen Uebersetzung, einem Glossare und Inder
versehen, und von dem Isländer Thordhr Sveinbjörnson besorgt; zu be-
sonderer Zierde gereicht derselben aber eine von Schlegel vorangeschickte
Abhandlung über Entstehung und Beschaffenheit der Quelle.
3) Jus ecclesiasticum vetus sive Thorlaco-Ketillianum, constitutum
An. Chr. 1123. Kristinrettr hinn gamli, edhr Thorlaks ok Ketils
biscupa. Edd. Gr. Joh. Thorkelin; Havniae et Lipsiae 1776, apud
Frid. Christ. Pelt. — Das besondere Vorkommen des .Christenrechtes

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