Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

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Die Bildung der Volksvertretung.

sammen 13 Stimmen führen, „ein Reichsgericht" und endlich „die
Behandlung der Zollsachen als Reichs- oder Bundessachen."

§. 5.
Ehe wir diesem kurzen, möglichst treuen Berichte über die
Winter'sche Schrift einige Bemerkungen zur Würdigung folgen
lassen, müssen wir vor allem gegen die Art und Weise, mit wel-
cher der Verfasser gegen die „Doctrin" verfährt, Verwahrung
einlegen. Wir wollen davon absehen, daß er es nicht angemessen
gefunden hat, das was in seiner Arbeit seinen Vorgängern gehört,
irgendwie anzudeuten oder als fremdes Eigenthum anzuerkennen.
Geradezu als ungerecht müssen wir es aber bezeichnen, wenn er
in der D o c t r i n s ch l e ch t h i n die Quelle aller Zerstörung findet
und alle unsere politischen Uebelstände ihr zur Last legt (vergl.
z.B. S.51. 52.61. u. a.) Jeder Sachkundige weiß, daß der vom
Verfasser bekämpften Richtung der Wissenschaft eine.Reihe von Wer-
ken gegenübersteht, welche im gleichen Sinne wie er streiten, und
die insbesondere in einer korporativen Gliederung die einzig halt-
bare Grundlage der Staatsverfassung finden^). Dabei übersieht
der Verfasser ferner, daß die Wissenschaft nur einer von den vielen
Faktoren ist, welche auf die Entwicklung der politischen Verhältnisse
Einfluß äußern, und dieselbe eben so oft von diesen bestimmt wird,
als sie bestimmend auf sie wirkt* 2). — Ein weiterer Punkt, gegen
den wir förmlich Protest erheben müssen, ist die Auffassung des
Begriffes der Wissenschaft, von welcher der Verfasser ausgeht, und
die Stellung, welche er in Folge dessen ihren Trägern, den Uni-
versitäten, anweist. Er weiß, wie wir gesehen haben, nichts von
der Wissenschaft, sondern nur von Wissenschaften, d. i.
von Sachkunde in den einzelnen Sphären der bürgerlichen Gesell-
schaftSthätigkeit, und erkennt daher auch die Mitglieder einer Uni-
versität nicht als „Berufsgenossen" an. Wer sie dafür hält, den

4) Bei diesem Kampfe gegen alle Doctrin scheint der Vers, sein
Werk als eine neue Aera derselben zu betrachten, das über seine Vor-
würfe erhaben ist.
2) An einem anderen Orte gesteht der Verfasser dieses nebenher
zu; auf S. 377 äußert er nämlich: „Unsere Wissenschaft ist ein Spiegel-
bild des großen Auflösüngsproceffes der Zeit."

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