Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

260 Die Bildung der Volksvertretung.
in die Priester-, Rechts-, ärztliche und Lehrerschule, und weiSt
hiemach die Glieder der Universität den betreffenden Genossen-
schaften alS jene Abtheilung zu, welche den künftigen Gliedern der
Genossenschaft die gelehrte Vorbildung für ihren Stand gebe.
Nur das abstracte Begriffswesen unserer Zeit (sie!) könne alle die
Männer der Universität zu einem besonderen Lehrerstande zusammen-
fassen und diesen Stand den praktischen Fächern gegenüberstellen. 9
Es sey aber nöthig die Wissenschaft in ihren Trägern in orga-
nische Verbindung mit dem Leben zu bringen.
Um dem Leser die Verfahrungsweise des Autors anschaulich
zu machen, wollen wir ihm zur genaueren Organisation einiger
dieser Stände folgen, und wählen dazu vorerst die Genossenschaft
der Lehrer. Dieselbe beginnt bei der Stufe über der Dorf- und
untersten Stadtschule, und umfaßt die Mittelschule, die hohe Schule
und die Hochschule resp. die Lehrerschule. Ausgeschlossen bleiben
sonach einerseits die Lehrer an den deutschen oder Elementarschu-
len (als Pfarrschulen bezeichnet und will sie der Verfasser),
denn bei ihnen finde sich kein ausreichendes Fundament für eine
selbständige Stellung im Gelehrtenstande; anderseits die Mitglieder
der Akademie, denn diese habe keinen unmittelbaren praktischen
Zweck, sey nicht Sache eines erwählten Berufs, eines eigentlichen
Standes. Die Lehrer und Vertreter der Philosophie finden darin
gleichfalls keinen Raum, denn diese sey nicht Sache junger Leute,
sondern des gereiften Alters: die Akademie sey ihre Stätte. —
Die Genossenschaft der Lehrer begreift dann eine Reihe von kleine-
ren Genossenkreisen. Jede Unterrichtsanstalt bildet eine solche
kleine Genossenschaft die sich ihr Haupt wählt, durch das sie nach
oben und in der betreffenden Gemeinde vertreten und geleitet wird.
Die gesammte Genossenschaft wählt sich ihren Vorstand in folgen-
der Weise: „An dem Orte, wo eine hohe Schule ist, treten die
Lehrer derselben (die Oberlehrer) mit den Häuptern der Mittel-
schulen ihres Bezirkes zusammen und wählen mit diesen ihr Mit-
glied des Provincialvorstandes. Dieser zählt also so viele Mit-
glieder als hohe Schulen in der Landschaft sind, und außerdem

') Einige Seiten vorher (S. 12 t) nennt der Vers, die Universitä-
ten eine ehrwürdige Bildung, deren Ursprung in eine Zeit falle, wo
die organische Bildungskraft ihre Macht noch nicht verloren hatte.

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