Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

226 Die Schriften der römischen Feldmßsfer.
kann; nur in der controversia 6s 6ns, nach Justinian auch in
der de loco wird diese Usucapion nicht berücksichtigt. — ES gibt
res nullius, die immer noch res juris, hurnani oder divini sind;
es gibt aber auch res nullius, die nicht mehr res juris, sondern
außer dem Verbände des Rechts, frei, und darum beliebig occu-
pirbar sind. Auch solch freier Boden kann innerhalb der Pertika
Vorkommen: Umgebungen des Flusses, wenn sie weder dem Flusse,
noch den Colonen assignirt sind.
Wir wollen dieses Detail weder innerhalb noch außerhalb
der Colonie weiter verfolgen, sondern nur noch bemerken, daß die
Agrimenwren dieser rechtlichen Unterschiede unter der Rubrik:
conditiones (qualitates) agrorum gedachten. Unter derselben
Rubrik kamen freilich auch die landwirthschaftlichen Unterschiede in
Betracht: die Verschiedenheit des Anbaus war wichtig für Er-
mittlung der Gränze, die Bonität des Bodens von Einsiuß auf
Größe der Loose w. Die rechtlichen Unterschiede aber' rubricirten
sie weiter nach einem doppelten Gesichtspunkt, einem rechtlichen
(ager publicus und privatus) und nach einem vorwiegend groma-
tischen. Letzteren wollen wir noch in Kürze verfolgen. Nach ihm
ist alles Land erstens: ager divisus et assignatus. Dahin ge-
hören nur die agri colonici mit Einschluß der fundi concessi
(redditi und commutati) und der der praefecturae; ferner der
ager viritanus (die ohne Centuriation assignirten Landloose). Zwei-
tens ager per extremitatem mensura comprehensus, d. i. bloß
vermessenes, nicht aufgetheiltes Land — so das in laterculis ver-
messene Gebiet der Staatsdomänen und Priestercollegien; ferner
die Vermessung bei Einverleibung kleinerer Gemeinden in größere:
nicht zur Ermittlung des Flächengehalts behufs der Steuerhufen
(Huschke), sondern wie uns der Verfasser zu sagen scheint, nur
zur Constituirung der alten Gränze und damit des zugeschlagenen
Gebietes. Das Kaufland war weder bloß vermessen, noch divisus
et assignatus. Drittens: weder aufgetheilt noch vermessen —
ager arcifinius. Hieher gehören die Territorien der Bundesstädte
(municipia) in Italien und den Provinzen; die noch nicht strigir-
ten steuerpflichtigen Provincialgebiete, die noch nicht vermessenen
Domänen, und die großen Forsten und Waldgüter römischer Edlen
iy Italien und den Provinzen. — Nicht umsonst nennt der Ver-
fasser diese letztere Eintheilung die staatsrechtlich gromatische;

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