Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

über angelsächsische Rechtsverhältnisse. H5
künde gesicherten Lehnlandei) (oder Volklande), und einem auf
gleiche Dauer und ebenfalls nicht unbelastet gegebenen Buchlande
der Unterschied gefaßt werden? Kemble ist sich über diesen Punkt
durchaus nicht klar; an einer Stelle?) erwähnt er des Vorkom-
mens von beschränkt vererblichem und veräußerlichem Buchlande,
sowie mannichfacher Belastungen desselben; anderwärts^) führt
er selbst die obigen Beispiele einer Verwandlung von Lehnland in
Buchland an; wieder an einem andern Orte^) meint er, be-
schränkte und belastete Uebertragungen von Land gäben „strictly
speaking“ Lehnland, „though to a certain extent they conveyed
estates of bocland.“ Im Ganzen scheint er inzwischen in der
Form der Uebertragung das charakteristische Merkmal finden zu
wollen, aber freilich in einer Weise, mit der wir uns keineswegs
einverstanden erklären können^). Es soll nämlich eigentlich (pro-
perly) bei Lehnland keine Urkunde ausgestellt werden können, weil
der Besitz einer solchen für den Inhaber jederzeit vorläufigen,
nahezu aber sogar endlichen Beweis mache, und es soll durch das
Uebergeben oder Vorenthalten der Urkunde wenigstens unter Um-
ständen geradezu bestimmt werden, ob der Besitzer eines Gutes
dieses als Lehnland oder als Buchland besitze. Dem gegenüber
läßt sich nun aber geltend machen, daß wir in der That auch über
bloße Verlehnungen Urkunden ausgestellt finden6), und daß dem-
nach, wenn auch nicht behauptet werden will, daß deren Ausstel-
lung beim laenland wie beim bocland nothwendig gewesen sey,
jedenfalls das Nichtdaseyn einer solchen nicht charakteristisches Merk-
mal des Lehnbesitzes seyn kann. Die weitere Ausführung Kemble's
thut denn auch nur so viel dar, als sich der Natur der Sache
nach erwarten läßt: daß nämlich der Besitz der betreffenden Ur-
kunde eine starke Vermuthung dafür begründete, daß deren Besitzer
in der That Inhaber desjenigen Rechtes sey, auf welches dieselbe
lautete. Der Besitzer einer auf Buchrecht lautenden Urkunde galt

*) Ein derartiges Beispiel bietet Cod. dipl. num. 1062, in einer
Urkunde von 871—7.
2) I, p. 007—8.
3) I, p. 313.
") I, p. 311.
5) Vgl. zumal I, p. 313—4.
'>) Ein Beispiel hiefür wurde oben not. 1. schon angeführt.
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