Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

über angelsächsische Rechtsverhältnisse. . 103
gethan, ganz wie man Ln Rom aus dem ager pMious einzelne
agri vectigales ausschied, oder in Schweden auf den almenniagar
die almenmngsdöuör ansetzte. Auch Gütern dieser letzteren Art ver-
blieb die Bezeichnung als folcland, ganz wie in Schweden der Name
almenningsjordh, und in der That behielt auch an ihnen der Staat
nach wie vor das Obereigenthum, während freilich das Nutzeigen-
thum auf den Privatbesitzer übergieng. Die Form der Verleihung
solcher Besitzrechte ist uns nicht bekannt; doch läßt sich mit Be-
stimmtheit annehmeu, daß sie nicht eine schriftliche war, und es
erklärt sich hieraus, daß selbst unsere Urkunden des Volklandes
selten und immer nur beiläufig erwähnen. Ebensowenig läßt sich
mit völliger Bestimmtheit angeben, auf welche Dauer das Besitz-
recht am Volklande verliehen zu werden pflegte; für einzelne Fälle
zwar läßt sich dessen Verleihung auf Lebenszeit Nachweisen oder
doch wahrscheinlich machen, und wir wissen selbst, daß beim Tode
des Beliehenen die Wiederverleihung an dessen Sohn unter Um-
ständen von der Gnade des Königs geradezu erwartet und erbeten
wurde;—4) allein es läßt sich hieraus moch keineswegs der Schluß
ziehen, daß auch in anderen Fällen keine besseren oder härteren
Bedingungen gesetzt worden seyen, und es ist das letztere für die
älteren Zeiten wenigstens sogar wahrscheinlich. Nach Ablauf der
von Anfang an für das Besttzrecht gesetzten Frist fiel das Gut an
den Staat zurück, und eben dieß mußte natürlich auch dann der
Fall seyn, wenn das Gut zur Strafe eingezogen wurde. In der
Regel pflegt ferner Volkland nur gegen Vorbehalt schwerer Lasten
verliehen zu werden; nicht nur liegt auf demselben jederzeit die so-
genannte trinoda necessitas (communis labor und dergl.), d. h.
der Heerdienst, der Dienst zur Erhaltung von Wegen und Brücken,
endlich zum Bau und der Instandhaltung der Festungen, welche
dreifache Last wohl von Anfang an auch auf dem edbel geruht hatte,
und erst in späterer Zeit zuweilen ermäßigt oder völlig nachgelassen
wurde; sondern es wurden auch sonst Dienste und Abgaben der
verschiedensten Art Vorbehalten, unter denen wir beispielsweise nen-
nen wollen Abgaben an Bier und Brod verschiedener Gattung, an

*) Vergl. z. B. die Urkunden Nr. 317 und 821 des Cod. dipl.; in
letzterer Urkunde freilich erhält der Sohn das folcland des Vaters als
bocland.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer