Full text: Volume (Bd. 1 (1853))

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Maurer,

mal begründeten Besttzverhältnisse hätte schwerlich eine so völlige
Gleichförmigkeit erzielen lassen.
Das folcland.
Dem edhel stand nun von Anfang an, neben der Mark, das
folcland gegenüber. Von diesem gilt ursprünglich ganz dasselbe,
was eine von Kemble mitgetheilte Stelle des Codex Exoniensis
vom meareland sagt: es ist idel and aemen, edhelrihte feor,
d. h. leer und öde, und alles Edelrechtes baar; Mark und Volk-
land bilden das nach Anweisung der einzelnen edhel an die einzel-
nen Familienhäupter übriggebliebene, und darum noch im Gesammt-
besttze, hier des Volks im Ganzen, dort der einzelnen Gemeinden,
stehende Land, und eben weil nicht im Einzelbesitze stehend, wird
Volkland wie Mark nicht vom Pstuge begangen, bleiben beide wüste
Wildniß, nur zu Wald und Weide verwendbar. Der Unterschied
zwischen beiden Arten von Land ist lediglich der, welcher in Schwe-
den landsalmenningar von bysalmenningar scheiden läßt, und er äußert
stch darin, daß über das Volkland der König nach Anhörung des
Reichstags, über die Mark dagegen die Gemeinde als solche ver-
fügt ; unter Volk haben wir dabei aber, wie dieß Kemble mit Recht
betont, auch nach der Vereinigung der kleinen angelsächsischen Reiche
zu einem Gesammtstaat, wohl nicht diese umfassendere Einheit, son-
dern die früher selbständigen Theile jener ersteren zu verstehen,
etwa wie in Schweden die landaalmenningar nicht dem gesammten
Sviavelldi, sondern dem einzelnen landskap gehören. — Die
Analogie des Volklandes mit der gemeinen Mark scheint sich aber
auch dahin zu erstrecken, daß das erstere, wenn auch der Proprietät
nach dem Staate zustehend, doch der Nutzung nach zunächst wie
die letztere den einzelnen Volksangehörigen als solchen diente; ge-
wisse Nutzungen an Wald und Weide haben dabei vielfach, und
zwar in den verschiedensten Theilen des Landes, der König und
seine Beamten anzusprechen, ganz wie in vielen deutschen Marken
der Markherr und die Markbeamten ähnlicher Berechtigungen ge-
nießen. Daneben aber, und dieß war schon in früher Zeit jeden-
falls das weit Häufigere, wurden auch einzelne Stücke des Volk-
landes leihweise an einzelne Privaten zu gesondertem Besitze aus-

*) Ang. O. I. p. 44, not.

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