Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

70 Die Obligation u. Singularsuccession des röm. n. heutigen Rechts rc.
Ausführung und Begründung er einer demnächst von ihm zu
publicirenden Monographie über diesen Gegenstand vorbehält.
Der vierte Abschnitt handelt von der Stellvertretung bei der
Begründung der £>., von der Cesston und Schuldüberweisung
§. 65. — Ich will K's Ansicht, mit Uebergehung der von ihm
referirten Ansichten anderer, so kurz als möglich darstellen. „Die
Obligation ist von ihrem Entstehungsgrunde nicht trennbar, daher
auch nicht von den Personen, zwischen denen sie entsteht. Dem
Verkehr kommt es auch gar nicht auf das Object der Obligation
an, sondern nur auf den Vermögensstoff. Es handelt sich daher
bloß darum, eine Rechtsfigur zu finden, durch welche dieser
Stoff auf eine dritte Person hinübergleitet wird. Dieses muß
durch eine Obligation geschehen, deren Subject der dritte ist, die
sich an die ursprüngliche Obligation anlehnt, und denselben Ver-
mögenSstoff hat, und die Zweig obligation im Gegensätze zur
Stammobligation zu nennen ist. — Die Verknüpfung der
ersteren mit der letzteren kann durch Universal- oder Singular-
Repräsentation erfolgen, deren Grund im Gesetze, in einem Ver-
trage, oder einer besonderen Thatsache liegen kann". (S. 267 f.).
„Handelt es sich um Stellvertretung bei Begründung von
Obligationen, so besteht die Rechtsfigur, durch welche der Vermö-
gensstoff der Ob!. auf die Person des Principals transferirt wird,
darin, daß der Obl. des Stellvertreters eine Obl. des Principals
beigegeben wird, so daß beide Obligationen Einen Vermögensstoff
haben, also im Correalbande stehen. Dieses Band ist aber ein
qualificirtes; die Obl. des Principals ist abgeleitet aus jener des
Stellvertreters, sie ist accefforisch im Verhältniß zur Stammohli-
gation in der Person des letzteren (S. 289 f.). Diese Zweig-
obligation kann entstehen durch Cession, oder durch Rechtssatz (ein
für allemal), endlich auch dadurch, daß die Geltendmachung der
Stammobligation abgeschnitten wird, so daß sie jedoch (als
naturalis obligatio) bestehen bleibt, was zur Existenz der Zweig-
obligation unentbehrlich ist" (S. 290). „Letzteres geschieht durch das
moderne Gewohnheitsrecht, durch welches dem Bedürfnisse des
Verkehrs, aus dem Vertragsabschlüsse durch den Stellvertreter
unmittelbar (ohne Cession) den Principal und den Dritten obligiren
zu laffen, entsprechen wird".
K.'S Meinung geht also, kurz gefaßt, dahin: Auö jedem von

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