Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

62 Die Obligation u. Singularsuccessivn des röm. u. heutigen Rechts rc.
des Inhaltes hervorgehoben wird, allein K. hätte noch nachzuwei-
sen , daß die Autoren jener Stellen das erwähnte Moment als
das die Substanz der C.--O., mit Ausschluß der Einheit der O.
charakterisirende angesehen, und eS aus diesem Grunde allein her-
vorgehoben hätten.
Aus S. 160 führt K. noch zwei, nach seiner Meinung, schla-
gende Argumente für die neue Theorie an. Erstens: „die acceff.
Obligation deö Bürgen steht zur Obl. des Hauptschuldners im
Correalverhältnisse (K. S. 236 f. — Keller Litiscontestation
S. 450. Ribbentrop S. 107 f.); dieses begreift daher wesent-
lich eine Mehrheit von Obligationen in sich." — Dieses Argument
ist wohl sehr scheinbar, aber doch nicht stichhaltig. Denn der Bürge
deö alten Rechts ist ein Principalschuldner, im just. Rechte aber
ist er nicht mehr ovrregliter verpflichtet, (kaul. reeept. sent.
II. 17 §. 16. Gajus III. §8.180, 181. LL. 3. 5. 19, 21. Cod.
de fidej. VIII. 40. — Nov. 4. e. 1.) War .auch im späteren
Rechte die Einheit deö StipulationöacteS zur Begründung der
C.-O. entschieden nicht erforderlich (L. 7. L. 9 Dig. de duob.
reis), so scheint sie doch ursprünglich als wesentlich gegolten zu
haben; zum mindesten wurde sie regelmäßig eingehalten. Die
Einheit des Stip.-ActeS führte natürlich zur Auffassung der O.
als einer einheitlichen, und diese Auffassung erhielt sich. Dem
entspricht auch die ältere Behandlung der fidejussio. Soll jemand
als Rebenschuldner die Verbindlichkeit des Hauptschuldners auf
sich nehmen, so muß man ihn in daS principale Obligationsver-
häliniß eintreten lassen, seine O. als mit der deS Hauptschuldners
identisch behandeln. (S. auch Buchka, Einfluß des ProcesseS rc.
I. S. 104 f. Savigny I. e. S. 147.) Doch machte sich
allerdings die besondere Tendenz der Bürgschaft mitunter in be-
züglichen Rechtssätzen geltend. (S. auchGirtanner, Bürgschaft.
S. 39 f.)
Zweitens: „Correalschuldner können sich für einander wech-
selseitig verbürgen (L. 11 D. de duob. r.), folglich muß eine Mehr-
heit von Obligationen im Correal-Verhältniffe liegen, weil man
sich für seine eigene Schuld nicht verbürgen kann." Auch dieses
Argument halte ich nicht für schlagend. Diejenigen, welche mit
Brinz, krit. Bl. Nro. 4 S. 35 annehmen, daß eine gegenseitige
Verbürgung von Correalschuldnern überhaupt nicht vorgekommen

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