Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

Die Obligation u. Singularsuccession des röm. u. heutigen Rechts rc. 61
si ex altera earum egerit, utramque consumet, videlicet, quia
natura obligationum duarum, quas haberet, ea esset, ut, cum
altera earum in judicium deduceretur, altera consumeretur.
Daß Ulpian hier die durch Einklagung der „einen" Obligation nach
classischem Rechte eintretende Consumtion der „andern" (um mit
K. zu reden), nicht aus der Einheit des Correalbandes begründet,
ist allerdings richtig. Ulp. gibt eigentlich gar keinen Grund
für diese Erscheinung an; aber er.stellt letztere doch nicht, wie
K. annimmt, schlechtweg als eine, nicht weiter zu erklärende,
Eigenthümlichkeit des Correalitätsverhältnifses hin, er deutet durch
das Wort natura oblig. vielmehr darauf hin, daß diese eigen-
thümliche Erscheinung aus einem höheren Satze folge, der im
Wesen der C.-O. liegt. In der Identität des Gegenstandes kann
dieser Grund nicht liegen, weil bei den Solidarobligationen die
processualische Consumtion die gleiche Wirkung nicht hervorbringt,
wie von andern genügend nachgewiesen wurde. Also bleibt nur
die Einheit der Obligatio mit einer Mehrheit subjektiver Bezie-
hungen als Grund jener Eigenthümlichkeit über, woraus sich auch
der Ausdruck duas species obligationis allein erklären läßt. An<
langend die L. 31 §. 1 D. de novatt., muß ich bemerken, daß
nach meinem Dafürhalten alle aus der Fassung dieser Stelle gegen
die herrschende Theorie etwa herzuholenden Einwendungen schon
deßhalb wegfallen müffen, weil gerade die eigenthümliche Wirkung
der Novation im Correalitätsverhältnisse einen der schlagendsten
Beweisgründe für jene Theorie enthalt; wie denn auch bei den
Silidar-O. diese Wirkung der Novation nicht eintritt. (c. I. Cod.
de transact. II. 4.) Endlich kann auch L. 3 pr. Big. de duob.
reis für K's. Ansicht nicht geltend gemacht werden; Ulp. drückt
sich dort fteilich nicht »so aus, daß er wörtlich von der Einheit der
O. spräche, aber er legt, und dieß scheint mir besonders entschei-
dend zu seyn, das Hauptgewicht aus die Intention der Parteien,
welche ein Correalverhältniß begründen wollen, und ich kann da-
her die Ausdrücke pristina ob!, und sequens obl. nur von der
Beziehung der mehreren Schuldner auf die O. verstehen. (S.
Ribbentrop S. 113 f. Savigny Obl.-R. I. S. 146 f.)
— Sieht man schließlich auf die S. 159 von K. citirten Stellen,
so muß man zwar zugeben, daß in denselben rückfichtlich der Obli-
gationen, von welchen sie sprechen, nur das Moment der Identität

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer