Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

60 Die Obligation u. Singutarsucceffion des röm. u. heutigen Rechts rc.
wie es zur Bezeichnung dieses Begriffes in anderen Gesetzen ge-
braucht wird. Durch diese Einwendung soll die gangbare Aus-
legung jener Stellen, wenn auch nicht widerlegt, so doch unsicher
gemacht werden. K. ist aber den Beweis schuldig geblieben, daß
in allen jenen Stellen seine Interpretation des Wortes obligatio
möglich sey; ja dieser Beweis kann gar nicht geführt werden.
So kann z. B. in L. 2 D.de duob. reis, L. 16 D. de accept.,
8 34 f. 1 D. de solutt., obligatio unmöglich den Inhalt der
O. bezeichnen. Von den anderen Stellen, in denen obligatio
den Inhalt der Obligation bezeichnen soll, führt K. an L. 3 D. de
cond. ind. (XII 6) und, mit besonderem Nachdrucke, Gajus L. 1
§. 8. Dig. de obl. et act. (XLIV. 7): «Et plerumque ab eo,
quem proprio nomine obligamus, alios accipimus, qui eadem
obligatione tenentur, dum curamus, ut, quod in obligationem
deduximus, tutius nobis debeatur.» Man mag den Ausdruck:
quod in obl. ded. wenden wie man will, so wird man doch unter
obligatio die O. selbst, das Rechtsverhältniß verstehen müssen,
welches durch das quod deducitur seinen bestimmten Inhalt erst
bekömmt; es könnte also nur das vorher stehende «obligatione»
auf den Inhalt der O. bezogen werden, wornach man annehmen
müsse, daß Gajus in unmittelbarer Aufeinanderfolge das Wort
obligatio in zwei verschiedenen Bedeutungen gebraucht habe, was
wohl auch dann nicht anginge, wenn selbst die Worte obligatione
tenentur, an sich, eine Beziehung auf etwas anderes als die
durch das Rechtsverhältniß gegebene Verpflichtung zuließen.
Nimmt man nach dem Vorangeschickten mit mir an, daß K.
das Gewicht der für die herrschende Theorie sprechenden Quellen-
terte nicht zu beseitigen vermochte, so dürfte es auch nicht schwer
fallen, den von K. (§. 39) als unmittelbare Belege für seine The-
orie beigebrachten Citaten ihren rechten Platz anzuweisen. — L. -
9 §. 2. v. de duob. r. kann im Zusammenhänge mit den früher
vertheidigten Hauptstellen nur von der Mehrheit der subjectiven
Beziehungen der Schuldner zur Obligation verstanden werden.
(S. auch Arndt- a. a. O. S. 308. Heimbach, Rechtsler.
VII. S. 448. Schröter in d. Zeitschr. f. Civ-R. u. Proceß
VI. S. 410). WaS Ulpian L. 5 v de fidej. (und die ziemlich
amtlich lautende L. 13 D. de duob. reis) betrifft, so legt K. ein
besonderes Gewicht darauf, daß Ulp. am Schluffe sagt: Plane,

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