Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

50 Die Obligation u. Gingularsnccession des röm. u. heutigen Rechts w.
berufen seyen eine civilistische Naturlehre zu liefern, noch
die wahre Erkenntniß und scharfe Formulirung der römischen
Rechtsbegriffe, und hier müsse man erst festen Fuß fassen, ehe es
gelingen könne, römisches und germanisches Recht in das wahre
wissenschaftliche Verhältniß zu einander zu bringen. — Das antike
Recht des orbis romanus (so sagt er in der vorliegenden Schrift
S. 404 f.) ist das „Gesetz für den Genius der Rechtswissenschaft
überhaupt", das „große und weite Gefäß für die juristisch-politische
Geistesfülle aller menschlichen GesellschaftSzukunft", das „Epos des
WeltrechtslebenS." — „Des Germanenthums weltgeschichtliche Auf-
gabe aber ist es gewesen, für dieses Gefäß den psychischen Stoff
zu Tage zu fördern." „Das germanische Rechtsleben ist die Lyrik
deö Weltrechtslebens." „Im modernen Rechte Deutschlands ge-
sellt sich zu der germanischen Fülle und Freiheit die antike Schranke
und Ordnung, — das Drama." (!) — Ich übergehe die wei-
teren Ausführungen dieses Gedankens und die Beleuchtung der
Richtungen der neuern Jurisprudenz, welche den Schluß des letz-
ten Abschnittes bilden, indem sie im Wesentlichen nichts neues
bringen, und die Besprechung deS eigentlichen civilistischen Inhal
teS dieses Buches ohnehin genug zu schaffen gibt. — Das Werk
zerfällt in fünf Abschnitte. I. Ueber den Begriff der Obligation und
Singularsuccession, so wie über die Unanwendbarkeit der letzteren
auf das Obligationsgebiet 88. 1 — 20. — II. Die Genesis des
röm. Obligationöbegriffes und die Delbrück'sche Theorie §§. 21—28.
— III. Die obligatorischen Gestaltungen der Correalitat und No-
vation. §8. 29 — 64. — IV. Die obligatorischen Gestaltungen
der Stellvertretung, Cession und Schuldüberweisung. 88. 65—87.
— V. Die Systematik des Obligationenrechtes. Die gegenwärtige
Richtung und Aufgabe der Rechtswissenschaft. —
(I. Abschnitt.) Die 88» 1 — 6 befassen sich mit dem Begriffe
der Obligation. K. erklärt die von Puchta aufgestellte, jetzt herr-
schende, Auffassung deS röm. Obligationsbegriffes für die richtige
und dem Wesen der Obligation selbst entsprechende (§. 1), geht
hierauf zu der von Brinz (krit. Blätter No. 2) versuchten An-
fechtung jener Definition über, und sucht diese, sowie die von Brinz
aufgestellte Begriffsbestimmung der Obligation zu widerlegen (88.
2 — 5). Die dießfälligen Ausführungen des Verf. verdienen, ob-
schon sie mchts eigentlich neues enthalten, nach meinem Dafür-

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