Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

48 Die Obligation u. Singularfttccession des röm. u. heutigen Rechts ic.
lichkeit des Ausdrucks kömmt ihr der letzte Abschnitt dieser Schrift
zum mindesten gleich; und ähnliches darf auch von einzelnen
andern Partien derselben behauptet werden.*) -*
Ich weiß die Freiheit des AuctorS in der Formulirung seiner
Gedanken wohl zu würdigen, und huldige mit Nichten der unbe-
dingten Unterwerfung unter eine hergebrachte Darstellungs- oder
Dictionsweise; entschieden aber selbst auf die Gefahr hin, von K.
für eine, „in die Juristenwelt eingepferchte Seele" gehalten zu wer-
denl, muß ich mich gegen die hier so oft auftretende Willkür des
Styles erklären \ welche nicht etwa bloß den gangbaren juristischen
Sprachgebrauch gänzlich über Bord wirft, sondern auch dem durch
das Wesen des Stoffes selbst geforderten Modus der sprachlichen

*) So z. B. S. 399: „Das tellurische Substrat der Menschenwelt
gliedert sich in die elementare Dreiheit des Erd-, Luft- und Wasserrei-
ches, drei Glieder weist der hellenische Theaterbau, der so naturwüchsig
sich entwickelte auf; drei Säulen tragen den römischen Verfaffungsorga-
nismus(Senat, Volk, Magistratur), drei Glieder zählen uns ^elians Iri-
pertitaals den äußeren Grundbau des römischen Rechtes auf(lex, interpre-
tatio oder jus, Iegi8 actiones. Auch der Grundbau des Privatrechtes
entfaltete sich zunächst von der primitiven embryonischen Einheit zur
kunstreicheren Dreigliederung, indem die Rechtsanschauung des atomi-
stischen Plebejerthums wie befruchtender Blüthenstaub in den Kelch des
patricischen Roms trieb, wo der Rechtsstoff noch in ursprünglicher, na-
türlicher Befangenheit schlummerte. Der civilistische Schwerpunkt des
Privatrechtes ist der Person-Begriff, und diesen finden wir, mehr ge-
ahnt als geschaut, in dem alten Begriff des paterkamilias und der dem-
selben begrifflich entsprechenden manus (oder potestas) wieder. Der
Manus-Begriffist der embryonische Fruchtstoff des gesammten römischen
Privatrechtes re."
Oder S. 401. „Das jus strictum mit seiner plastischen Ruhe und
sinnlichen Strenge ist das Lpos des röm. R; an die legis actiones
knüpfte sich die individualisirendeAweig und Laubfülle des prätorischen
Rechtes, dieser lyrischen Dimension des r. R. an; die scholae aber
wurden zur Werkstätte, in welcher die Vermählung der epischen und
der lyrischen Stoffe zur höheren dramatischen Einheit geschmiedet
ward."
Oder S. 408. „ — Wir erblicken in dem gebundenen (persönlichen
Sola-! Wechsel den epischen Unterbau, in dem Inhaberpapier mit sei-
ner ungezügelten Feuerseele die geheimnißvolle Lyrik, und in
dem Ordrepapier die beruhigende, versöhnende Wendung zum Drama!"
— Vgl. auch S. 406, dann den ganzen §. 21 (S. 78 0 w. w.

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