Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

Kurze Anzeigen.

417

für den Präfecten hat nichts anstößiges; sie stimmt mit der in
dem Gesetz der Bantinischen Tafel vorkommenden im wesentlichen
überein, abgesehen von den auf die Kaiser bezüglichen Zusätzen
(vergl. Cap. 26.). — Den Einwand, daß der Präfeet einen um
den andern Tag abwesend seyn dürfe, während der Duumvir
nicht einen vollen Tag außer der Stadt seyn sollte, ohne einen
Präfecten zu ernennen, berührt Giraud nicht; er ist aber leicht zu
beseitigen: der Duumvir sollte einen Präfecten ernennen, wenn er
voraussah, daß er über den Tag ausbleiben werde; der Präfect-
Stellvertreter sollte immer am selben Tage in die Stadt zurück-
kehren.
Zu Cap. 26. Daß die Aedilen in Anwesenheit der duo-
viri den Rath berufen konnten, folgt aus der Eidesformel nicht;
diese ist ebenfalls positis ponendis zu verstehen; sie ist richtig,
wenn der Aedil überhaupt nur in den Fall kommen konnte, den
Municipalsenat zu berufen und zu präsidiren. Daß dieselbe Mög-
lichkeit auch bei den Quästoren vorausgesetzt wird, gibt ebenfalls
keinen genügenden Verdachtsgrund gegen die Aechtheit, wenngleich
in Rom die Quästoren dieses Recht nicht hatten; denn es ist
bezeugt, daß in Ansehung der Stellung und Befugnisse der Quä-
storen in den Municipien manche Verschiedenheiten bestanden. —
Die „actio petitio persecutio“ am Schlüsse des Cap. 26., woran
Laboulaye in Vergleichung mit der Lex de imperio Vespasiani
großen Anstoß nimmt, verliert das Auffallende, wenn man sich
erinnert, wie auch anderswo actio petitio als synonym und neben
einander verkommen (z. B. petitio pecuniae in mehreren Volks
beschlüssen, actio petitio in L. 3. pr. D. de termino certo.),
wie geläufig auch jener dreifache Ausdruck war (z. B. in der
Aquilianiichen Stipulation, L. 18. D. de acceptil., in der Satis-
dationsformel des Procurator, L. 23. 1). rat. rem hab.), und
wie auch sonst öfter eine ähnliche Häufung, „ce leere Wort-
schwall des spätem Curialstils, dont parle M. Mommsen,“
vorkommt.
Zu Cap. 27. Dieses spricht vom JntercessionSrecht der
Gemeindeobrigkeiten, mit Anwendung der römischen Regel: par
maiorve potestas plus valeto; aber mit der besondern Bestimmung,
daß der appelltrte Magistratus nur in triduo proxirno sein Veto
entlegen, und in derselben Sache nicht mehr als einmal appellirt

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer