Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

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Frau schon damals civis romana in manu civis romani gewesen.
Daß aber den Worten nach auch Personen männlichen Geschlechts,
also Unmündigen, die tutoris optio erhalten werde, erklärt er
mit Mommsen aus einer nicht seltenen Ungenauigkeit in der Fas-
sung des ganzen Satzes, der auf mehrere Classen von Personen
sich beziehe; es sey als selbstverständlich vorausgesetzt, daß die tutoris
optio nur positis ponendis stattsinde; es sey zu erklären, als
wenn in einer Ordonnance des 16. Jahrhunderts hinzugefügt
werde ,chaeun en droit soi.“ Uebrigens vergl. noch die Be-
merkungen zu Cap. 29.
Zu Cap. 23. Laboulaye weiß sich dieses Capitel nicht an-
ders zu erklären, als daß ein Fälscher die L. 4. D. de iure pa-
tron. mit der, wie jener glaubt, falschen Lesart paternorum statt
patronorum vor Augen gehabt und darnach sein Stücklein com,
ponirt habe. Schon an dem Ausdruck iura libertorum in der
Rubrik nimmt er Anstoß; denn wenn auch Severus sich desselben
zur Bezeichnung der Patronatsrechte nach L. 4. eit. bedient habe,
so sey er doch unrichtig und zu Domitians Zeit nicht anzunehmen.
Dagegen verwirft Giraud auf Tacit. hist. II. 92. „quod rever-
sis ab exilio iura libertorum concessisset ( Vitellius)“ (vergl. L.
10. §. 6. D. de in ius vor. L. 3. §. 7. D. de bon. libert.).
Er gibt ferner, und mit Recht, der Lesart paternorum in L. 4.
cit. vor der Florent mischen den Vorzug (vergl. L. 8. D. de as-
signand. libert.), und wirft seinem Gegner, ebenfalls mit Recht,
vor, daß er den Satz des Cap. 23. entstelle, indem er die Worte
suos suas ignorire oder mit den folgenden paternos paternas zu-
sammenfallen lasse und so eine unbegreifliche Beschränkung des
Satzes auf die väterlichen Freigelassenen darin finde, statt zu unter-
scheiden libertos suos und libertos paternos, wornach die ganze
Bestimmung eben so klar als angemessen erscheine.
Zu Cap. 24. „Ein sonderbares Capitel!" sagt Laboulaye.
„Sonderbar," weil es eine Bestimmung trifft, für den Fall daß
die Gemeinde — nicht den Princeps überhaupt, sondern gerade
— den regierenden Princeps Domitianus zu ihrem Duumvir wählt.
„Keineswegs sonderbar;" „on 6tait alors plus rafiinä courtisan
que vous ne semblez l’ßtre, so entgegnet Giraud dem Freunde,
et je vous en honore, tout en vous combattant. II n’y avait
qu’un empereur, et c’etait le regnant. Pr£voir, qu'il aurait un

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