Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

410 Die juristischen Zeitschriften in Bayern.
machen*). Ihre Absicht geht vielmehr dahin, den vorhandenen positiven
Stoff wissenschaftlich zu erörtern und Zweifel und Bedenken, welche
sich bei dessen Anwendung ergeben, nach allgemeinen Grundsätzen zu
beseitigen und zu lösen; dann aber weiter dahin, auf demselben
Wege die Lücken auszufüllen, welche die positive Gesetzgebung un-
geachtet ihrer Reichhaltigkeit vielfältig noch offen läßt.
Die Blätter für administrative PrariS liegen nun in sechs
Jahrgängen dem Publicum vor, und jeder Sachkundige wird mit
uns anerkennen, daß sie sich der Aufgabe, welche sie sich gesetzt,
vollkommen gewachsen zeigen. Wer die Schwierigkeiten erwägt**),
welche bei der Erstrebung ihres Zieles zu bewältigen sind, wird
zugestehen müssen, daß die Zeitschrift leiste, was unter den obwal-
tenden Umständen möglich ist. Wir gedenken auch bezüglich dieser
Zeitschrift nicht in eine Darlegung ihres Inhaltes im einzelnen
uns einzulassen; wir beschränken uns darauf, einige der größeren
Arbeiten des jüngsten Jahrgangs (1856)' namhaft zu machen.
Die ersten Nummern desselben bringen eine Erörterung „über
Gerkchtsorganisation und Verwaltung", in welcher diese Zeitfrage be-
sonders vom bayerisch-rechtlichen Standpunkte besprochen wird. Dann
folgen Abhandlungen „über Districtsstraßen" (Nr. 6 und 7), „zur Lehre
von der Finanzverjährung" (Nr. 10— 12), „die Gemeinde-Umlagen
(12—19)", „über Kinderpflegen", „über Auswanderung" u. s. w.
3) Die jüngste unter den bayerischen juristischen Zeitschriften
ist die früher schon (s. Bd. HI. S. 62 ff.) erwähnte „Zeitschrift
für Gesetzgebung und Rechtspflege des Königreichs Bayern", von

*) Als eine sehr zweckmäßige Beilage zu der Zeitschrift hat der
Herausgeber eine alljährlich erscheinende „Sammlung von principiellen
Erlaßen der Staatsbehörden und von Präjudicien auf dem Gebiete der
Verwaltung" begründet, welche für 1856 im vierten Bande vollendet ist.
**) Eine Vergleichung dieser Zeitschrift mit den Blattern für
Rechtsanwendung z. B. läßt einen wesentlichen Unterschied erkennen in
Bezug auf die Unterstützung derselben durch die Praktiker. Den Blät-
tern für Rechtsanwendung steht das reiche und interessante Material
zur Benützung, das sich bei dem obersten Gerichtshöfe sammelt, während
die Blätter für adm. Pr. von dieser Seite nicht nur wenig Unterstützung
erhalten, sondern vielmehr Beschränkungen erfahren, — von anderen
Schwierigkeiten, die in dem Stoffe liegen, gar nicht zu sprechen.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer